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Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht (l.) sah im Hinspiel gegen Hertha ein 1:1 © getty

Zwischen Berlin und Braunschweig geht es wohl nur um die Meisterschale. Eintrachts Domi Kumbela kann seine Führung ausbauen.

Von Denis de Haas

München - Torsten Lieberknecht lud in der vergangenen Woche zu einer kleinen Filmvorführung ein. Eintracht Braunschweigs Trainer zeigte seinen Spieler Sequenzen eines Aufstiegsvideos aus dem Jahr 2011.

In den Hauptrollen: Fußballer von Hertha BSC, die damals ihre Rückkehr in die Bundesliga feierten. "Meine Spieler sollten ein Gefühl dafür entwickeln, aber wir haben das Video dann auch schnell wieder ausgemacht", betonte Lieberknecht.

Angriffslustig ins Olympiastadion

Feiernde Herthaner will der Eintracht-Coach heute nämlich icht sehen. Vor dem Zweitliga-Spitzenspiel im Berliner Olympiastadion (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gibt sich Lieberknecht angriffslustig.

"Wir haben in dieser Saison ständig die Plätze mit den Berlinern getauscht. Am Montag wollen wir versuchen, sie durch einen Sieg wieder zu tauschen", erklärt der 39-Jährige vor Gastspiel des Tabellenzweiten beim Spitzenreiter gegenüber SPORT1..(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kampf um die Schale

Ihre Aufstiegs-T-Shirts dürften beide Vereine schon längst entworfen haben: Hertha hat elf Punkte Vorsprung auf Platz drei, Braunschweig immerhin zehn. Es dreht sich eigentlich nur noch um die Frage, wer am 19. Mai die Schale für den Zweitliga-Meister bekommt.

"Es geht nicht nur um den Aufstieg, sondern auch darum, wer als Meister ins Ziel kommt", erklärte Hertha-Trainer Jos Luhukay. "Wir sind am Montag in der Situation, in der wir vorlegen können."

Für die Hauptstädter gilt es auch, eine Serie auszubauen. Berlin ist in dieser Saison zuhause noch ungeschlagen. Das will Lieberknecht ändern. "Ich glaube aber daran, dass es jede Mannschaft in dieser Saison einmal erwischen wird. Warum sollten wir nicht die Serie beenden?", betont der 39-Jährige.

50.000 Zuschauer erwartet

Auch die Kulisse - in Berlin werden 50.000 Zuschauer erwartet - lässt Lieberknecht nicht in Ehrfurcht erstarren. "Wir werden das vorher kurz ansprechen, weil das bestimmt eine besondere Atmosphäre sein wird. Die könnte uns aber auch beflügeln", erklärt Braunschweigs Trainer.

Für Lieberknecht steht die Mannschaft auch bei den eigenen Fans in der Pflicht: "Ich denke, dass uns über 10.000 Leute unterstützen werden. Und denen wollen wir natürlich etwas bieten."

17 Saisontore für Kumbela

Die Braunschweiger Fans setzen ihre Hoffnungen besonders in den Spieler mit der Nummer 12: Domi Kumbela ist in der Form seines Lebens. Mit seinen 17 Treffern hat der Angreifer einen großen Anteil am Braunschweiger Höhenflug.

Doch für seinen Trainer ist die Torquote sekundär. Er beschreibt den Deutsch-Kongolesen als eine Art Mario Mandzukic der Zweiten Liga.

"Ich schätze Domi Kumbela mehr als Teamspieler. Er ist einer, der vorrausgeht, auch in Phasen, in denen es nicht so optimal läuft. Er setzt zwar Akzente mit Toren, aber auch mit seiner extrem guten Defensivarbeit", erklärt Lieberknecht.

Duell mit Ronny

Kumbela hat heute aber die einmalige Chance, mit Toren eine Spitzenposition für seine Mannschaft zu erobern und gleichzeitig sich von einem direkten Konkurrenten zu distanzieren. Herthas Ronny hat bislang 14 Treffer erzielt, kann dem Braunschweiger den Titel Torschützenkönig also noch streitig machen.

Wenn am Ende der Saison aber Braunschweig und Kumbela auf Platz eins stehen, bräuchte sich Lieberknecht nicht mehr bei der jubelnden Konkurrenz zu bedienen. Dann hätte er für die kommende Saison eigenes Filmmaterial, um seine Spieler zu motivieren.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Hertha: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Drooks, Kobiashvili - Niemeyer, Kluge - Allgui, Ronny, Schulz - Ramos Braunschweig: Davari - Correia, Bicakcic, Dogan, Bohl - Theuerkauf - Elabdellaoui, Kratz, Vrancic, Boland - Kumbela

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