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Ronny wechselte 2010 aus Portugal zu Hertha BSC © getty

Herthas Brasilianer bedankt sich nach dem Braunschweig-Spiel auch bei der Putzfrau. Jetzt muss sich Ronny im Oberhaus beweisen.

Von Denis de Haas und Andreas Ziepa

München/Berlin - Ronny hatte den Ball noch nicht einmal berührt. Trotzdem schaffte es der Brasilianer im Diensten von Hertha BSC, das Berliner Olympiastadion zum Kochen zu bringen.

Vor dem Anpfiff leuchteten der Name des 26-Jährigen und die Zahl 2017 an der Anzeigetafel auf. Damit wurde den Hertha-Fans verdeutlicht, dass der begehrte Offensivspieler seine Unterschrift unter einen neuen Vierjahres-Vertrag gesetzt hatte.

Auftakt zur Gala

Es war der Auftakt zu einer Ronny-Gala. Der Brasilianer hatte großen Anteil am Berliner 3:0 (1:0)-Sieg über Eintracht Braunschweig (Bericht). Mit zwei Freistoßtoren war Ronny der auffälligste Mann beim Zweitliga-Gipfel.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Stunden vor dem Anpfiff machten in Berlin noch Abschiedsgerüchte die Runde. "In einigen Punkten waren wir uns mit Hertha einig, aber bei einigen anderen Punkten gab es keine Annäherung. Die Fronten sind verhärtet", zitierte die "Berliner Zeitung" Dino Lamberti, Ronnys Berater.

Preetz mimt den Unwissenden

Am Ende konnte doch Einigkeit erzielt werden, auch wenn die Hertha-Verantwortlichen mauerten. Manager Michael Preetz mimte zunächst den Umwissenden. Erst nach Abpfiff bezog er zu der Personalie Stellung.

"Er hätte woanders mehr Geld verdienen können, aber er hat sich für unsere Argumente entschieden ? das Gesamtpaket, der Wohlfühlfaktor, und der Trainer", erklärte Preetz.

"Alle auf meiner Seite"

Ronny, der beim gut betuchten Scheich-Klub Al-Ahli aus Dubai im Gespräch war, ging sogar noch weiter. "Der Verein behandelt mich sehr gut, von der Putzfrau bis zum Koch sind alle auf meiner Seite", sagte der Doppeltorschütze nach dem Spiel.

Wahrscheinlich behandeln alle Hertha-Verantwortlichen Ronny gut, weil sie um seine Extraklasse bei ruhenden Bälle wissen. Gegen Braunschweig erzielte er die Freistoßtore Nummer vier und fünf in dieser Saison. Insgesamt steht Ronny bei 16 Treffern.

Lieberknecht schützt Davari

Das 1:0 für Hertha begünstigte Braunschweigs Schlussmann Daniel Davari doch eine unglückliche Abwehraktion. Doch Trainer Torsten Lieberknecht nahm seine Nummer eins aus der Schusslinie.

"Da verhalten wir uns in der Mauer nicht gut. Wir müssen einfach stehen bleiben", sagte der 39-Jährige bei SPORT1. Ein Lob für den Torschützen gab's obendrauf. "Das Ronny einen Raketenschuss hat, wissen nicht nur wir. Das weiß doch jeder Klub weltweit", betonte Lieberknecht.

Ramos trifft nach Sololauf

Hertha-Coach Jos Luhukay freute über Ronnys Doppelpack. Noch mehr ging sein Herz aber nach Adrian Ramos' Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 auf. "Für solche Tore geht man zum Fußball", sagte Luhukay zur Soloaktion des Kolumbianers.

Der einzige Wermutstropfen für Berlin war die schwere Verletzung von Peter Niemeyer. Der Kapitän musste aufgrund einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Sein Einsatz am Freitag beim Spiel in Ingolstadt ist unwahrscheinlich.

Aufstiegsfeier vor dem TV

Gewinnt Berlin die Partie und kommt Kaiserslautern am Montag in Aue nicht über ein Unentschieden hinaus, könnten die Spieler vor dem Fernseher bereits den Aufstieg feiern.

Dass die Hertha in der kommenden Saison wieder erstklassig spielt, steht spätestens seit dem Spitzenspiel aber fest.

Dann könnte Ronny auch eine Rechnung begleichen: In der Saison 2011/12 konnte er nur selten seine Erstliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen: Ronny kam auf nur zehn Spiele im Oberhaus.

Wenn er die Form konserviert, dürften aber viele weitere dazu kommen. Auf die Neuers, Weidenfellers und Adlers kämen dann wohl große Bewährungsproben bei Ronnys Raketen-Freistößen zu.

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