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SPORT1-Mitarbeiter Andreas Ziepa (r.) traf Lustenberger in Berlin © getty

Bei SPORT1 spricht der Herthaner über den bevorstehenden Aufstieg und erklärt, warum die Gegner nichts zu lachen haben.

Von Andreas Ziepa

Berlin - Nach dem deutlichen Sieg im Spitzenspiel gegen Eintracht Braunschweig (Bericht) ist der Hertha die Rückkehr in die Bundesliga kaum noch zu nehmen.

Sollte am Freitag ein Sieg in Ingolstadt (Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) gelingen, könnte der Tabellenführer am Montag feiern - auf der Couch. Voraussetzung wäre, dass Erzgebirge Aue im Montagsspiel gegen den Dritten 1. FC Kaiserslautern (Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) Schützenhilfe leistet.

"Wenn es am Montag auf dem Sofa passiert, okay", sagt Herthas Defensivspezialist Fabian Lustenberger im Gespräch mit SPORT1: "Wenn nicht, dann versuchen wir eben, es im Heimspiel gegen Sandhausen klarzumachen."

Für den Schweizer steht ohnehin fest, dass der Aufstieg eigentlich nur noch Formsache ist: "Wir sind so gefestigt und treten so souverän auf, dass die Gegner praktisch keine Chance haben, gegen uns zu gewinnen."

Im SPORT1-Interview spricht Lustenberger zudem über die Perspektive der Hertha in der Bundesliga , die Lehren aus der Vergangenheit und seine Rolle als Innenverteidiger.

SPORT1: Wie fühlen Sie sich nach dem souveränen Sieg gegen Braunschweig - einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg und den Meistertitel in der 2. Liga?

Fabian Lustenberger: Ich bin glücklich und zufrieden, vor allem weil wir sehr wenige heikle Situationen im eigenen Strafraum hatten. Außerdem war der Sieg gegen den direkten Konkurrenten auch ein Zeichen nach außen. Wir sind die beste Mannschaft der 2. Liga! Damit haben wir einen großen Schritt in Richtung Aufstieg gemacht, was unser oberstes Ziel ist. Danach kommt Ziel Nummer zwei, die Festigung von Platz eins.

SPORT1: Die Fans haben schon gesungen: "Nie wieder zweite Liga". Können Sie dem zustimmen?

Lustenberger (lacht): Es waren drei wichtige Punkte, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass da noch was schiefgeht. Wir sind so gefestigt und treten so souverän auf, dass die Gegner praktisch keine Chance haben, gegen uns zu gewinnen.

SPORT1: Wie wünschen Sie sich den Aufstieg? Am Montag vor dem Fernseher, wenn Kaiserslautern in Aue spielt, oder beim nächsten Heimspiel gegen Sandhausen?

Lustenberger: Zunächst ist es wichtig, in Ingolstadt ein gutes Resultat zu erzielen, was nach einem Topspiel wie gegen Braunschweig nicht immer ganz einfach ist. Wenn wir das geschafft haben, sehen wir weiter. Wenn es am Montag auf dem Sofa passiert, okay. Wenn nicht, dann versuchen wir eben, es im Heimspiel gegen Sandhausen klarzumachen.

SPORT1: Guckt die Mannschaft das Spiel am Montag gemeinsam?

Lustenberger: Geplant ist noch nichts. Aber wenn wir in Ingolstadt gewinnen, dann kann ich mir das vorstellen.

SPORT1: Sie haben beide Ab- und Aufstiege als Spieler miterlebt. Wo sehen Sie die Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten?

Lustenberger: Beide Abstiege waren bittere Momente. Vor allem der zweite, da wir da mit dem Relegationsspiel noch mal die Chance bekommen hatten, uns zu retten. Im zweiten Jahr in der 2. Liga sind wir souveräner. Wir haben in dieser Saison nur zweimal verloren, und auch der Kader ist breiter aufgestellt als beim ersten Mal. Wir konnten alle Ausfälle in der Hinrunde zu 100 Prozent kompensieren.

SPORT1: Besteht nicht die Gefahr, dass Hertha dauerhaft zu einer Fahrstuhlmannschaft wird?

Lustenberger: Ich glaube, wir haben eine Mannschaft, die auch in der Bundesliga bestehen kann. Und wir haben aus den Erfahrungen gelernt. Daneben haben wir einen Trainer, der genau weiß, worauf er Wert legen muss und wie er das Beste aus jedem Spieler herausholt. Deshalb glaube ich, dass wir gut gewappnet sind.

SPORT1: Was ist die Perspektive von Hertha BSC in der 1. Liga?

Lustenberger: Ziel muss es sein, die Klasse zu halten, sich in der Bundesliga wieder zu etablieren und nicht gleich wieder vom internationalen Wettbewerb zu reden. Wir müssen wieder Ruhe in das ganze Umfeld bringen und vielleicht auch in die Medienlandschaft in Berlin, die ja sehr extrem ist. Langfristig kann man dann auch wieder von mehr träumen. Aber zunächst geht es um den Klassenerhalt.

SPORT1: Glauben Sie, dass man Ihnen in Berlin diese Zeit auch gibt?

Lustenberger: Ich denke, die Fans wissen schon, was wir in den letzten beiden Jahren mitgemacht haben, wo wir herkommen und dass der Klassenerhalt das oberste Ziel ist.

SPORT1: Muss es in der Hauptstadt nicht grundsätzlich der Anspruch sein, dauerhaft oben mitzuspielen?

Lustenberger: Wollen würde ich das gerne schon in zwei Jahren, aber die Realität sieht im Moment anders aus. Wir sind davon geprägt, was in den letzten zwei Jahren passiert ist. Aber das Ziel muss natürlich langfristig sein, auch international zu spielen - nachdem wir uns etabliert haben.

SPORT1: Auf welcher Position sehen Sie Ihre Zukunft in der Bundesliga?

Lustenberger: Darüber denke ich noch nicht nach. Zunächst müssen wir die Saison gut zu Ende spielen, dann geht es im Sommer von vorne los. Der Trainer sortiert dann die Mannschaft wieder neu. Ich traue mir zu, auch in der Bundesliga als Innenverteidiger zu spielen. Am wohlsten fühle ich mich aber im defensiven Mittelfeld, wo ich auch am liebsten spiele.

SPORT1: Die Konkurrenz in der Mannschaft ist besonders im Mittelfeld groß. Welche Chancen rechnen Sie sich da aus?

Lustenberger: Wenn ich weiter hart arbeite, werde ich auch belohnt. Ich glaube, dass die harte Arbeit der letzten Jahre, vor allem nach einigen Verletzungen, sich schon in dieser Saison ausgezahlt hat.

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