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Hasan Ismaik (r., mit Trainer Schmidt) hat 1860 im Jahr 2011 vor der Pleite gerettet © getty

Bei den "Löwen" herrscht vor dem Spiel bei St. Pauli mal wieder Unruhe. Hasan Ismaik will wohl seine Klub-Anteile verkaufen.

Von Reinhard Franke

München - Das Einzige, was bei 1860 München mal wieder stabil da steht, ist das Chaos hinter den Kulissen.

Kommen die "Löwen" denn nie zur Ruhe?

Sportlich könnte für die kühnsten Optimisten vor dem Spiel beim FC St. Pauli (ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) bei sechs Punkten Abstand auf den Drittplatzierten 1. FC Kaiserslautern wohl noch etwas gehen, doch die Verantwortlichen scheinen den Aufstieg abgeschrieben zu haben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn im Verein herrscht erneut große Aufregung. Und wieder ist die Hauptperson einer, der dem Klub eigentlich auf dem Weg zurück in die Bundesliga helfen sollte: Investor Hasan Ismaik, der schon in den letzten Monaten, als Ex-Präsident Dieter Schneider noch da war, immer wieder für reichlich Zoff sorgte.

Der Jordanier hat in dieser Woche wohl den Bogen überspannt, ließ ein Ultimatum verstreichen, wonach er 13 Millionen Euro an die Sechziger überweisen sollte.

Raten bleiben aus

Ohne die beiden 6,5-Millionen-Raten für 2013 und 2014 ist das Thema Aufstieg keines mehr, weil namhafte Verstärkungen ein Traum bleiben. Auch die Zukunft von Trainer Alexander Schmidt scheint weiter ungewiss.

Ohne das Geld von Ismaik ist jedenfalls auch ein namhafter Trainer nicht zu haben.

Der neue Präsident Hep Monatzeder klingt in der "Bild" ein wenig verzweifelt: "Der Strategiewechsel war Ismaiks Wunsch. Er ist aber nur möglich, wenn wir Geld in der Kasse haben. Ansonsten können wir ja keine Verhandlungen führen."

Wer zahlt, schafft an

Imsaik sitzt am längeren Hebel. Wer zahlt, schafft an. Er fordert veränderte Vereinsstrukturen. Der Streit scheint zu eskalieren, denn Ismaik hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.

Wie die "Abendzeitung" berichtet, hat der Investor schon einen Händler damit beauftragt, seine Anteile zu verkaufen. 27 Millionen Euro will der Geschäftsmann haben.

Am Freitag schickte der Investor seinen persönlichen Berater Hassan Shehata erstmals zum Training der Sechziger. Der ehemalige ägyptische Nationaltrainer will sich vor Ort "ein Bild machen".

Schmidt um Konzentration bemüht

Schmidt ist bei all dem Ärger weiter bemüht, seine Truppe bestmöglich auf die Partie am Millerntor vorzubereiten.

Auswärts lief es zuletzt rund: Der seit sechs Spielen ungeschlagene TSV (drei Siege, drei Unentschieden) hat seine jüngsten vier Auftritte in der Fremde gewonnen.

Positiv ist auch: Am Donnerstag wurde der Cottbuser Daniel Adlung, der bei Energie keinen neuen Vertrag erhalten wird, verpflichtet.

"Ur-Löwe" Daniel Bierofka wird wohl nach Knöchelverletzung gegen Pauli wieder in die Mannschaft zurückkehren.

Wochen der Wahrheit für St. Pauli

Gegen 1860 beginnen für St. Pauli die Wochen der Wahrheit.

Die "Kiezkicker", die in den vergangenen vier Partien jeweils mindestens zwei Gegentreffer kassierten, haben in den jüngsten drei Begegnungen nur einen Zähler eingefahren.

"An guten Tagen können wir jeden schlagen", sagt dennoch Trainer Michael Frontzeck im "kicker".

Zuletzt überzeugt im Februar

Richtig überzeugt hat sein Team aber zuletzt im Februar beim 3:0 gegen den FSV Frankfurt. Vor allem hinten drückt bei den Hamburgern der Schuh, in den letzten vier Spielen gab es elf Gegentore.

Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass der rechte Außenverteidiger Christopher Avevor, der zuletzt ein Unsicherheitsfaktor war, seinen Platz räumen muss.

Gegen die "Löwen" kehrt nämlich Linksverteidiger Sebastian Schachten nach Gelbsperre zurück, sein Vertreter Jan-Philipp Kalla dürfte dann Avevors Platz einnehmen.

SPORT1 hat die Fakten zu den Partien des 29. Spieltags:

SAMSTAG

FSV Frankfurt - MSV Duisburg:

Frankfurt hat drei seiner letzten vier Spiele gewonnen (eine Niederlage). Mit vier Siegen aus den jüngsten fünf Partien (eine Niederlage) hat Duisburg wichtige Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht. (Hinspiel: 2:1) (12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

SONNTAG:

1. FC Köln - VfR Aalen:

Nach zuvor 15 Auftritten ohne Niederlage musste sich Köln zuletzt in Kaiserslautern mit 0:3 geschlagen geben. Nach zuvor acht Partien ohne Sieg feierte Aalen beim jüngsten 2:1 gegen Ingolstadt den ersten Sieg des Jahres. In jedem der letzten acht Begegnungen kassierte der VfR mindestens ein Gegentor. (Hinspiel: 0:2)

SC Paderborn - Jahn Regensburg:

Paderborn, das bislang alle drei Pflichtspiele gegen Regensburg gewonnen hat, konnte von seinen jüngsten fünf Partien nur eine gewinnen (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Schlusslicht Regensburg wartet seit sieben Begegnungen auf seinen fünften Saison-Erfolg (zwei Unentschieden, fünf Niederlagen). (Hinspiel: 2:0)

Energie Cottbus - VfL Bochum:

Cottbus hat von seinen jüngsten sechs Heimpartien nur eine gewonnen (vier Unentschieden, eine Niederlage). In Bochum wurde Trainer Karsten Neitzel nach zuletzt vier Niederlagen in Folge, davon drei ohne eigenen Treffer, entlassen. Nun soll Rückkehrer Peter Neururer das Team zum Klassenerhalt führen. (Hinspiel: 2:2)

(alle So., 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und in der Zusammenfassung ab 19.15 Uhr in Hattrick - Die 2. Bundesliga)

Erzgebirge Aue - 1. FC Kaiserslautern:

Aue hat von seinen vergangenen vier Heimspielen nur eines gewonnen (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Kaiserslautern blieb zuletzt auswärts viermal sieglos (drei Unentschieden, eine Niederlage). Die Pfälzer konnten noch nie in Aue gewinnen (ein Unentschieden, eine Niederlage). (Hinspiel: 1:4) (Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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