Bochums Rückkehrer soll den VfL vor dem Abstieg retten. Vor dem Cottbus-Spiel krempelt er das Team um. Köln braucht einen Sieg.

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Von Reinhard Franke

München - "Bochum ich komm' aus dir, Bochum, ich häng' an dir": Das singt Herbert Grönemeyer in seiner Hymne für den VfL Bochum.

Für Peter Neururer hat dieser Song eine ganz eigene Bedeutung, zumindest im zweiten Teil des Refrains.

Der in Marl geborene neue Trainer des VfL dürfte nach dreieinhalb Jahren Abwesenheit am Sonntag bei seinem Comeback mit einem besonderen Kribbeln auf der Trainerbank sitzen.

Neururer kehrte in dieser Woche 1257 Tage nach seiner Entlassung beim Zweitligisten MSV Duisburg (29. Oktober 2009) in den Profifußball zurück. Es war der Paukenschlag schlechthin!

Den VfL kennt der 57-Jährige wie seine Westentasche: Von 2001 bis 2005 hat er die Bochumer schon einmal betreut, 2004 führte er sie bis in die UEFA-Cup-Qualifikation. Das große Ziel auf seiner 16. Trainerstation hat Neururer klar definiert: Klassenerhalt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neururer optimistisch

Im "kicker" sagte der Kult-Trainer: "Für mich ist realistisch: der VfL bleibt drin und ich bleibe Trainer."

Die aktuelle Tabellensituation gibt kurzfristig Anlass zur Hoffnung, denn mit einem Sieg am Sonntag bei Energie Cottbus (ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) können die Bochumer wieder mit Dynamo Dresden, die am Freitag 0:0 bei Union Berlin spielten, die Plätze tauschen und auf Rang 15 vorrücken.

Vor dem Spiel in der Lausitz krempelt der Kult-Coach den VfL ordentlich durcheinander. Jan Gyamerah, der vor einer Woche noch bei den A-Junioren kickte, darf in Cottbus bei den Profis ran.

Neururer schwärmt in der "Bild" von dem U18-Nationalsieler: "Jan ist ein Riesentalent, kann auf vielen Positionen spielen. Und uns vielleicht schon kurzfristig weiter helfen."

Neururer rasiert Iashvili

Der jüngste Profi darf ran, der älteste Spieler muss dagegen zu Hause bleiben.

Alexander Iashvili wird zur U 23 abgeschoben. Der 35-jährige Oldie hatte in den letzten Wochen auch als Einwechselspieler nicht wirklich viel bewegen können.

Neururer meint fast mitfühlend: "Ich kann und will ihm überhaupt nichts vorwerfen. Er hat diese Woche gut trainiert. Doch er steht im Moment hinten an. Die Pause muss aber kein Dauerzustand sein."

Tristesse beim FC

Während bei den Bochumern durch den neuen Coach Freude pur herrscht, ist beim 1. FC Köln vor dem Heimspiel gegen den VfR Aalen (So., 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) eher Tristesse angesagt.

Mit einem Sieg kann man zwar zumindest bis Montag wieder auf Platz drei vorstoßen, weil Lautern erst dann in Aue antritt, doch nach dem ernüchternden 0:3 bei den "Roten Teufeln" war Trainer Holger Stanislawski zuletzt damit beschäftigt, für den Fall des Nichtaufstiegs vorzubauen.

Stanislawski warnt

Dabei wird der 43-Jährige zum Mahner.

"Es gibt verschiedene Szenarien. Eines davon ist, alles auf null herunterfahren und über Jahre eine neue Mannschaft aufbauen. In dem Fall muss man damit rechnen, einige Jahre lang auch nur Zehnter oder Zwölfter in der Zweiten Liga zu sein", sagt Stanislawski in der "Kölnischen Rundschau".

Natürlich gehöre der FC in die Bundesliga, so Stanislawski, doch es könne auch ein "mühsamer Weg" werden.

Mit den Aalenern kommen die Defensivkünstler der Liga und Stanislawski sucht den perfekten Partner für seinen Elf-Tore-Stürmer Anthony Ujah, der alleine ganz vorne überfordert zu sein scheint.

Die Euphorie in der Domstadt ist seit einer Woche verpufft, ein Dreier gegen Aalen soll sie wieder zurückbringen.

SONNTAG

1. FC Köln - VfR Aalen:

Nach zuvor 15 Auftritten ohne Niederlage musste sich Köln zuletzt in Kaiserslautern mit 0:3 geschlagen geben.

Nach zuvor acht Partien ohne Sieg feierte Aalen beim jüngsten 2:1 gegen Ingolstadt den ersten Sieg des Jahres. In jedem der letzten acht Begegnungen kassierte der VfR mindestens ein Gegentor. (Hinspiel: 0:2)

SC Paderborn - Jahn Regensburg:

Paderborn, das bislang alle drei Pflichtspiele gegen Regensburg gewonnen hat, konnte von seinen jüngsten fünf Partien nur eine gewinnen (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen).

Schlusslicht Regensburg wartet seit sieben Begegnungen auf seinen fünften Saison-Erfolg (zwei Unentschieden, fünf Niederlagen). (Hinspiel: 2:0)

Energie Cottbus - VfL Bochum:

Cottbus hat von seinen jüngsten sechs Heimpartien nur eine gewonnen (vier Unentschieden, eine Niederlage).

In Bochum wurde Trainer Karsten Neitzel nach zuletzt vier Niederlagen in Folge, davon drei ohne eigenen Treffer, entlassen. Nun soll Rückkehrer Peter Neururer das Team zum Klassenerhalt führen. (Hinspiel: 2:2)

(alle So., 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und in der Zusammenfassung ab 19.15 Uhr in Hattrick - Die 2. Bundesliga)

MONTAG

Erzgebirge Aue - 1. FC Kaiserslautern:

Aue hat von seinen vergangenen vier Heimspielen nur eines gewonnen (ein Unentschieden, zwei Niederlagen).

Kaiserslautern blieb zuletzt auswärts viermal sieglos (drei Unentschieden, eine Niederlage). Die Pfälzer konnten noch nie in Aue gewinnen (ein Unentschieden, eine Niederlage). (Hinspiel: 1:4)

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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