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Auch eine doppelte Überzahl reichte dem FCK in Aue nicht zum Sieg © getty

Gegen Aue erobert der FCK zwar den Relegationsplatz zurück, Trainer Foda lässt bei SPORT1 aber kein gutes Haar an seiner Mannschaft.

Aue/München - Franco Foda stand der Schock noch lange nach Spielschluss ins Gesicht geschrieben.

"Wir haben fast nichts von dem, was wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt", klagte der Trainer des 1. FC Kaiserslautern bei SPORT1, nachdem sich die Pfälzer beim 1:1 (0:1) bei Erzgebirge Aue bis auf die Knochen blamiert hatten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den Ausgleich kassiert mit zwei Mann mehr auf den Platz - "so etwas darf einfach nicht passieren", meinte Kapitän Albert Bunjaku mit versteinerter Miene. Foda ergänzte: "Wir hätten in Überzahl viel mehr über die Flügel spielen und uns so noch Chancen erarbeiten müssen."

Zu elft gegen neun den Ausgleich kassiert

Zwar schoben sich die Pfälzer durch das Remis vor den punktgleichen 1. FC Köln zurück auf den Relegationsplatz, doch davon wollte nach dem Spiel kaum noch jemand etwas wissen. "Wir haben heute ein sehr schlechtes Spiel gezeigt. Am Ende stehen wir wie der gefühlte Verlierer da", sagte Bunjaku.

Nach den Platzverweisen gegen Rene Klingbeil (66./Rot) und Kevin Pezzoni (76./Gelb-Rot) spielten die "Roten Teufel", die durch den Treffer von Alexander Baumjohann (22.) in Führung gegangen waren, zu elft gegen neun. Trotzdem mussten sie noch den Ausgleich durch Kevin Schlitte (83.) hinnehmen (35464DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige).

"Absolute Katastrophe"

"Wir waren von Anfang an viel zu fahrlässig. Was unsere Kreativität im Spiel nach vorne betrifft, war das viel zu wenig. Wir waren nicht ballsicher genug, haben zu wenig kombiniert", sagte Foda.

Auch Tobias Sippel kritisierte, seine Mannschaft sei "zu überheblich" aufgetreten und bezeichnete die Leistung in Halbzeit Eins als "absolute Katastrophe". "In der zweiten wollten wir es dann besser machen, aber es sah noch schlimmer aus", meinte der Torhüter, der beim Gegentreffer keine gute Figur gemacht hatte, bei SPORT1.

Kaiserslautern fehlt der Biss

Doch auch schon vor den Platzverweisen hatten sich die Lauterer alles andere als erstligareif präsentiert. Foda hatte die Sachsen, die mehrere erstklassige Chancen zur eigenen Führung vergaben, schon in der ersten Hälfte "bissiger" gesehen und warf seinem Team vor, "zu langsam und nicht aggressiv genug" gespielt zu haben.

Folglich musste Foda bei auch zugeben, dass "der Sieg über 90 Minuten gesehen heute nicht verdient gewesen wäre".

Von der Einstellung und Kampfkraft aus dem überzeugenden 3:0-Erfolg gegen den großen Konkurrenten 1. FC Köln war in jedem Fall nicht mehr viel zu sehen.

Aue mit Punkt zufrieden

Ganz anders präsentierten sich die Erzgebirgler. Trainer Karsten Baumann liebäugelte bei SPORT1 zwischenzeitlich gar mit einem Sieg: "Wir hätten gerne gewonnen und wenn ich sehe, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, hätten wir den Sieg auch verdient gehabt."

Mit der Roten Karte gegen Klingbeil haderte der 43-Jährige sehr: "Das ist keine Rote Karte, denn Bunjaku läuft vom Tor weg und nicht auf das Tor zu. Außerdem standen in der Mitte auch noch zwei Spieler."

Am Ende war Baumann aber mit dem Punkt zufrieden, "denn so richtig daran geglaubt hat wohl keiner mehr."

Punktgleich mit Köln

Kaiserslautern büßt nur einen Spieltag nach dem überzeugen Auftritt gegen die Kölner durch das Unentschieden wertvolle Punkte im Aufstiegskampf ein.

Denn bevor der FCK patzte, hatten die nun punktgleichen Kölner bei ihrem ebenfalls alles andere als überzeugenen Auftritt gegen Aufsteiger VfR Aalen (1:0) am Samstag in letzter Sekunde noch einen Sieg gefeiert.

FCK spielt Hertha in die Karten

Für Jubel sorgte der späte Ausgleich aber nicht nur in Köln, sondern auch in Berlin. Tabellenführer Hertha BSC kann nun am Wochenende im Heimspiel mit einem Sieg gegen den SV Sandhausen den Sprung ins Oberhaus nach einem Jahr Abstinenz perfekt machen.

"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir am Sonntag in unserem Heimspiel unser großes Ziel, den Aufstieg, erreichen können. Wir hoffen, dass uns dabei viele, viele Fans unterstützen werden", sagte Trainer Jos Luhukay.

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