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Hasan Ismaik stieg im Mai 2011 bei 1860 München ein © getty

Die "Löwen" verlängern mit Sportchef und Trainer, das bringt Ismaik auf die Palme. Sein Anwalt fährt schweres Geschütz auf.

München - Nur Stunden nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Alexander Schmidt und Sportchef Florian Hinterberger hat Investor Hasan Ismaik zum Gegenschlag ausgeholt und schweres Geschütz gegen den TSV 1860 München aufgefahren.

Über seinen Anwalt Michael Scheele teilte der Jordanier mit, dass das Vorgehen des Klubs "schlichtweg eine überflüssige Provokation" sei.

Und weiter: "Es dürfte nicht weiter verwundern, wenn dies schwerwiegende Konsequenzen zum Nachteil des Vereins provoziert."

Tischtuch zerschnitten?

Teile der Stellungnnahme könnten als Ankündigung des baldigen Ausstiegs des Investors verstanden werden. Ismaik soll angeblich bereits einen Käufer für seine Anteile am Tabellensechsten suchen.

"Herr Ismaik wird trotz sicherlich nachvollziehbarer Empörung seine Begegnungen mit zahlreichen Mitglieder und Fans in guter Erinnerung behalten", heißt es in der Erklärung: "Er bittet nachhaltig zu verstehen und zu akzeptieren, dass die nun unweigerlich auf die Vereinsführung zukommenden Konsequenzen ausschließlich von der Vereinsführung zu verantworten sind."

Schmidt und Hinterberger bleiben bis 2014

Zuvor hatten der Verein bekanntgegeben, dass man die Verträge mit Schmidt und Hinterberger jeweils bis zum Ende der Saison 2013/2014 verlängert habe.

"Mit dieser Entscheidung gehen wir unseren vernünftigen Weg konsequent weiter", hatte "Löwen"-Geschäftsführer Robert Schäfer erklärt.

"We need a new Sportchef"

Vor allem die Verlängerung mit Hinterberger dürfte Ismaik provoziert haben. Der Investor hatte vor kurzem unverhohlen gefordert: "We need a new Sportchef."

Scheele, der von Ismaik jüngst mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragte Münchner Anwalt, behauptete allerdings in der Sendung "Blickpunkt Sport", es sei tatsächlich "der Vorschlag des Präsidiums gewesen, den Sportdirektor auszutauschen".(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Geld bleibt aus

Die Situation bei den "Löwen" spitzt sich damit weiter zu.

Nach Informationen des "Münchner Merkur" hat der designierte neue Vereinspräsident Hep Monatzeder dem derzeit zahlungsunwilligen Ismaik angeboten, Hinterberger zu opfern, sollten dafür die in einem gemeinsam aufgestellten Dreijahresplan avisierten 13 Millionen Euro fließen.

Das Geld ist bisher ausgeblieben, Ismaik fordert angeblich zunächst einen Strategiewechsel.

Schäfer auf Konfrontationskurs

Weiter im Mittelpunkt steht auch Geschäftsführer Schäfer.

Der 37-Jährige galt bis vor kurzem als Gefolgsmann von Investor Ismaik und sollte zwischenzeitlich sogar vom Aufsichtsrat entfernt werden.

Mittlerweile aber ist Schäfer auf Konfrontationskurs zum Investor gegangen. Eine Ablösung durch Ismaik muss der Geschäftsführer dabei nicht fürchten: Der Investor hat im dafür zuständigen Beirat keine Mehrheit.

Ismaik schickt Beobachter

Anwalt Scheele hatte in der "Süddeutschen Zeitung" eine Vertragsverlängerung mit Schmidt und Hinterberger vorab als "neuen Affront" bezeichnet.

Er will Ismaik am Mittwoch eine Analyse der mittlerweile kaum noch durchschaubaren Situation beim TSV 1860 vorlegen.

Womöglich wird Ismaik auch hören, was Hassan Shehata zu sagen hat: Der frühere ägyptische Nationaltrainer soll eine sportliche Analyse treffen.

Zu diesem Zweck beobachtet er die "Löwen" auch beim Training.

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