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Peter Neururer ersetzte beim VfL Anfang April Karsten Neitzel © getty

Bei seinem Heim-Debüt gegen St. Pauli will Peter der Große den Cottbus-Erfolg vergolden. Zwei Youngster fliegen aus dem Kader.

München/Bochum - Die zweite Schaffensperiode von "Peter dem Großen" beim VfL Bochum ist erst wenige Tage alt, und dennoch hat der neue, alte Trainer schon so einiges bewirkt.

Peter Neuruer, meinte Bochums dänischer Abwehrspieler Michael Lumb, sei wohl so etwas wie "The Lucky One".

Und die "WAZ" befand, Neuruer "bewegt die Massen" und "schafft ein Heimatgefühl" beim VfL.

Zumindest Letzteres aber dürfte nur bedingt auch für Stürmer Kevin Scheidhauer und Mittelfeldspieler Sören Bertram gelten.

Neururer suspendiert zwei Youngster

Vor der Partie gegen den FC St. Pauli am heutigen Freitag (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) griff Neururer beim abstiegsgefährdeten Zweitligisten hart durch und suspendierte die beiden Youngster.

Scheidhauer und Bertram waren nach ihrer geplanten Auswechslung zur Halbzeitpause im Testspiel der Bochumer U 23 gegen den FC Brünninghausen vorzeitig nach Hause gefahren.

"Da predigen wir hier in der Öffentlichkeit Gemeinschaft und dann hauen die zwei zur Pause einfach ab. So was ist im Mannschaftssport untragbar", sagte Neururer dem "Reviersport" und strich die beiden Akteure für ein Spiel aus dem Kader.

"VfL wäre tot"

Trotz des Traum-Einstiegs von Neururer in Cottbus ist die Lage für Bochum weiter brenzlig.

Nur einen Punkt liegen die Westfalen vor Dynamo Dresden auf dem Relegationsrang. Ausrutscher kann man sich in einer derartigen Situation nicht erlauben.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Der VfL wäre in sich tot", warnte Neururer in der Hamburger "Morgenpost" vor den Folgen eines Abstiegs in die Dritte Liga: "In der Nachbarschaft von Borussia Dortmund und Schalke 04 kann man nur im Profi-Fußball überleben."

"Gas geben, bis die Dichtung platzt"

Deshalb will der "Feuerwehrmann" gegen St. Pauli, das seinerseits nur sieben Punkte vor dem VfL liegt, nachlegen.

"Die Spieler sollen Gas geben, bis die Dichtung platzt", forderte er und versprach für sein Heimdebüt gewohnt selbstbewusst: "Das wird ein Spiel, das man lange nicht vergessen wird. Da wird von unserer Seite aus alles drin sein."

Großes Zuschauerinteresse

Keine Frage, Neururer hat in Bochum wieder so etwas wie Euphorie entfacht. Der Verein startete eine Kampagne ("Wir bleiben drin!"), und das Zuschauerinteresse sei "sprunghaft gestiegen", teilte der VfL mit.

Die Partie gegen St. Pauli wird wohl für eine Saison-Bestmarke in der Bochumer Zuschauerstatistik sorgen. 21.000 Tickets sind bereits verkauft, lediglich für die Haupttribüne gibt es noch Restkarten.

"Wir sind in der Verpflichtung, den Zuschauern zu zeigen, dass wir wissen, um was es geht. Wir müssen von der ersten Minute an zeigen, wer Herr im Haus ist. Unser Stadion muss wieder eine Festung werden", forderte Neururer: "Mannschaften, die in der Tabelle unten stehen, müssen gerade zu Hause ihre Punkte holen."

SPORT1 hat die Fakten zu den Partien des 30. Spieltags:

FREITAG

VfL Bochum - FC St. Pauli:

Die Bochumer feierten beim Comeback von Trainer Peter Neururer einen 2:0-Sieg in Cottbus, nachdem sie vier Niederlagen in Serie kassiert hatten. Gegen St. Pauli wartet der VfL seit dem 25. Februar 2000 auf einen Sieg (2:0 in der 2. Bundesliga). Seitdem gab es vier Duelle (ein Unentschieden, drei Niederlagen). Die Hamburger haben drei ihrer jüngsten vier Auswärtspartien verloren (ein Sieg). (Hinrunde: 1:1)

VfR Aalen - Union Berlin:

Aalen hat von den vergangenen zehn Partien nur eine gewonnen (fünf Unentschieden, vier Niederlagen). Union wartet seit drei Spielen auf seinen elften Saisonsieg (zwei Unentschieden, eine Niederlage). Die Berliner haben noch nie ein Pflichtspiel gegen Aalen verloren (zwei Siege, ein Unentschieden). (0:0)

Jahn Regensburg - FC Ingolstadt:

Schlusslicht Regensburg, das keines seiner jüngsten elf Heimspiele gewonnen hat (vier Unentschieden, sieben Niederlagen), ist bereits seit acht Spielen sieglos (drei Unentschieden, fünf Niederlagen). Ingolstadt hat in den jüngsten vier Begegnungen nur einen Zähler eingefahren. (2:4)

(alle Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER und in der Zusammenfassung ab 22.30 Uhr in Hattrick - Die 2. Bundesliga)

SAMSTAG

1. FC Kaiserslautern - SC Paderborn:

Kaiserslautern ist in diesem Jahr zu Hause noch ungeschlagen und ohne Gegentor (drei Siege, ein Unentschieden). Die seit vier Partien ungeschlagenen Paderborner spielten zuletzt dreimal unentschieden. Die Ostwestfalen haben noch nie gegen Kaiserslautern gewonnen (vier Unentschieden, drei Niederlagen, 1:7 Tore).

1860 München - FSV Frankfurt:

Die Münchner, die mit nur 14 Toren den schwächsten Heimangriff der Liga stellen, haben keines ihrer vergangenen sechs Heimspiele gewonnen (vier Unentschieden, zwei Niederlagen). Frankfurt holte aus den jüngsten drei Begegnungen sieben Zähler. (1:0)

(beide Sa., 12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

SONNTAG:

Hertha BSC - SV Sandhausen:

Die im heimischen Olympiastadion in dieser Saison noch ungeschlagenen Herthaner haben ihre letzten vier Heimspiele gewonnen, drei davon ohne Gegentor. Sandhausen, das seit fünf Partien auf einen Sieg wartet, kassierte in jedem seiner zehn Ligaspiele im Jahr 2013 mindestens ein Gegentor. (6:1)

Eintracht Braunschweig - Erzgebirge Aue:

Braunschweig hat nur das letzte seiner jüngsten vier Heimspiele gewonnen (zwei Unentschieden, eine Niederlage). Von bislang sieben Pflichtspielen in Braunschweig hat Aue, das nur eine seiner jüngsten fünf Begegnungen verlor (zwei Siege, zwei Unentschieden), eins gewonnen (zwei Unentschieden, vier Niederlagen). (1:1)

Dynamo Dresden - Energie Cottbus:

Dresden hat drei seiner vergangenen vier Heimspiele gewonnen (eine Niederlage). Cottbus wartet seit vier Begegnungen auf einen "Dreier" (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Von bislang 25 Pflicht-Duellen gegen Dresden haben die Lausitzer nur fünf gewonnen (sieben Unentschieden, 13 Niederlagen). (0:2)

(alle So., 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und in der Zusammenfassung ab 19.15 Uhr in Hattrick - Die 2. Bundesliga)

MONTAG:

MSV Duisburg - 1. FC Köln:

Duisburg verlor nur eines seiner letzten acht Spiele (vier Siege, drei Unentschieden) und hat sich damit Luft im Abstiegskampf verschafft. Köln hat vier seiner jüngsten fünf Begegnungen gewonnen (eine Niederlage). Von bislang 34 Pflicht-Auftritten in Duisburg gewann der FC elf (13 Unentschieden, zehn Niederlagen). (0:0)

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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