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Florian Hinterberger (l.) und Alexander Schmidt (r.) haben bis 2014 verlängert © getty

"Löwen"-Sportchef Hinterberger freut sich bei SPORT1, dass es mit ihm und Coach Schmidt weitergeht. Hört Ismaik nun auf?

Von Reinhard Franke

München - Sich zu überlegen, warum bei 1860 München keine Ruhe einkehrt, ist ungefähr so, als wenn man sich Gedanken über den Sinn von Casting-Shows macht.

Vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) brodelt es weiter bei den Sechzigern.

Vor einer Woche noch drohte Investor Hasan Ismaik mit seinem Ausstieg und sorgte für mächtig Wirbel in der Chefetage des Klubs.

Jetzt waren es die "Löwen"-Bosse höchstpersönlich, die mit einer überraschenden Meldung um die Ecke kamen.

Der Verein gab am Mittwoch die Vertragsverlängerung mit Trainer Alexander Schmidt und Sportdirektor Florian Hinterberger (beide bis 2014) bekannt.

"Ich wusste immer, dass die Vereinsführung meine Arbeit schätzt", sagt Hinterberger im Gespräch mit SPORT1.

"Es wurden verschiedene Szenarien durchgesprochen und da war ich stets dabei. Ich habe immer gehofft, dass eine fachlich faire Beurteilung vorgenommen wird, wusste nur nicht, wie entschieden wird aufgrund des Investors."

Und er fühgt hinzu: "Ich möchte mich zum Investor nicht äußern, weil ich so viel mit der Mannschaft zu tun habe. Für mich ist wichtig, wie die Leute im Verein, in der Liga und bei der DFL meine Arbeit einschätzen."

Gegen den Willen des Investors

Es geht also mit der alten sportlichen Führung weiter - jedoch gegen den ausdrücklichen Willen von Ismaik, der zuletzt vehement die Ablösung der Beiden forderte.

Der Anwalt des Jordaniers hatte noch am Dienstag den Wunsch geäußert, keine voreiligen Personalentscheidungen zu treffen. Wollten die Sechziger Ismaik jetzt provozieren?

Der Geschäftsmann schrieb dem Verein umgehend einen Brief, der nichts Gutes erahnen lässt. Schmeißt er gar hin und gibt es nun den endgültigen Zahlungsstopp?

Bis zum 23. Mai müssen zwei Millionen Euro überwiesen werden, damit der Zwangsabstieg verhindert werden kann. Die "Löwen" rechnen weiter fest mit der Zahlung Ismaiks.

Hinterberger kann neue Saison planen

Hinterberger ist derweil froh, dass nun Klarheit herrscht und er die neue Saison planen kann.

Sportlich hat 1860 zwar immer noch die zarte Chance Platz drei zu erreichen, doch das scheint im Verein kein Thema mehr zu sein. "Darauf müssen wir nicht mehr schauen", so Hinterberger. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Heimkrise bei den "Löwen"

Es sei wichtig, "wieder mal ein Heimspiel zu gewinnen." Die "Löwen" haben in den letzten Wochen eine regelrechte Heimkrise. Den letzten Sieg in der Allianz Arena gab es am 27. November 2012 gegen Paderborn (1:0).

"Mir wäre lieber gewesen wir hätten die Punkte, die wir auswärts geholt haben, zu Hause geholt. An alles andere müssen wir gerade nicht denken", betont Hinterberger.

Respekt vor dem FSV

Vor den Frankfurtern hat Hinterberger Respekt: "Das wird eine schwierige Aufgabe für uns. Frankfurt hat eine gute Mannschaft und gute Spieler. Die schwimmen auf einer Erfolgswelle. Wir haben alle diesen Heimgedanken im Kopf. Dem Druck müssen wir uns einfach stellen."

Bei den Hessen ist derweil alles im grünen Bereich. Aktuell belegt das Team von Trainer Benno Möhlmann Platz fünf. Bei nur fünf Punkten Rückstand auf Platz drei ist sogar der Aufstieg noch drin.

Der Verein plant schon für die neue Saison - mit einem Spieler vom Samstags-Gegner. Mit Markus Ziereis von 1860 II wurde nach Chhunly Pagenburg (Eintracht Trier) die zweite Neuverpflichtung bekannt gegeben.

Bangen um Yelen

Weniger positiv: Möhlmann muss um den Einsatz seines Offensivspielers Zafer Yelen bangen.

Dennoch ist er zuversichtlich: "Auch bei 1860 wollen wir gut und erfolgreich Fußball spielen. Die Mannschaft ist im Laufe der Saison stabiler geworden, sie ist noch mehr zusammengewachsen und hat auch an Qualität gewonnen. Das wollen und müssen wir auch zeigen, um punktuell etwas mitzubringen."

SPORT1 hat die Fakten zu den Partien des 30. Spieltags:

SAMSTAG

1. FC Kaiserslautern - SC Paderborn:

Kaiserslautern ist in diesem Jahr zu Hause noch ungeschlagen und ohne Gegentor (drei Siege, ein Unentschieden). Die seit vier Partien ungeschlagenen Paderborner spielten zuletzt dreimal unentschieden. Die Ostwestfalen haben noch nie gegen Kaiserslautern gewonnen (vier Unentschieden, drei Niederlagen, 1:7 Tore).

1860 München - FSV Frankfurt:

Die Münchner, die mit nur 14 Toren den schwächsten Heimangriff der Liga stellen, haben keines ihrer vergangenen sechs Heimspiele gewonnen (vier Unentschieden, zwei Niederlagen). Frankfurt holte aus den jüngsten drei Begegnungen sieben Zähler. (1:0)

(beide Sa., 12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

SONNTAG:

Hertha BSC - SV Sandhausen:

Die im heimischen Olympiastadion in dieser Saison noch ungeschlagenen Herthaner haben ihre letzten vier Heimspiele gewonnen, drei davon ohne Gegentor. Sandhausen, das seit fünf Partien auf einen Sieg wartet, kassierte in jedem seiner zehn Ligaspiele im Jahr 2013 mindestens ein Gegentor. (6:1)

Eintracht Braunschweig - Erzgebirge Aue:

Braunschweig hat nur das letzte seiner jüngsten vier Heimspiele gewonnen (zwei Unentschieden, eine Niederlage). Von bislang sieben Pflichtspielen in Braunschweig hat Aue, das nur eine seiner jüngsten fünf Begegnungen verlor (zwei Siege, zwei Unentschieden), eins gewonnen (zwei Unentschieden, vier Niederlagen). (1:1)

Dynamo Dresden - Energie Cottbus:

Dresden hat drei seiner vergangenen vier Heimspiele gewonnen (eine Niederlage). Cottbus wartet seit vier Begegnungen auf einen "Dreier" (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Von bislang 25 Pflicht-Duellen gegen Dresden haben die Lausitzer nur fünf gewonnen (sieben Unentschieden, 13 Niederlagen). (0:2)

(alle So., 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und in der Zusammenfassung ab 19.15 Uhr in Hattrick - Die 2. Bundesliga)

MONTAG:

MSV Duisburg - 1. FC Köln:

Duisburg verlor nur eines seiner letzten acht Spiele (vier Siege, drei Unentschieden) und hat sich damit Luft im Abstiegskampf verschafft. Köln hat vier seiner jüngsten fünf Begegnungen gewonnen (eine Niederlage). Von bislang 34 Pflicht-Auftritten in Duisburg gewann der FC elf (13 Unentschieden, zehn Niederlagen). (0:0)

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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