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Peter Neururer war schon von 2001 bis 2005 Trainer des VfL Bochum © imago

Zwölf Tage nach seinem Comeback beim VfL hat der Coach Verein, Fans und Spieler im Sturm erobert. Die Rettung ist wieder möglich.

Bochum - Das Stadion explodierte förmlich, doch Peter Neururer blieb ganz cool.

Der Heilsbringer des VfL Bochum winkte nur freundlich in die Fankurve und war von der grandiosen Stimmung so überwältigt, dass ihm fast die Worte fehlten.

"Ich habe hier schon viele Spiele mitgemacht, aber das war die Krönung", sagte der SPORT1-Experte nach dem 3:0 (2:0) bei seiner Heimpremiere gegen den FC St. Pauli.

Zwölf Tage nach seinem Comeback an der Castroper Straße hat Neururer Verein, Fans und Spieler im Sturm erobert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rekordkulisse gegen Pauli

Der zweite Teil der "Mission Klassenerhalt" in der 2. Liga fand vor der Rekordkulisse von 26.072 Zuschauern statt.

So viele wie seit dem 20. Dezember 2011 nicht mehr, als sich der FC Bayern im DFB-Pokal die Ehre gegeben hatte.

"In dieser kurzen Zeit ist rein emotional eine ganze Menge entstanden beim VfL Bochum", sagte Neururer am Samstag.

"Das Heimspiel gegen Köln ist bereits ausverkauft."

Retter als Antrieb

Nach dem desaströsen 0:3 gegen Erzgebirge Aue vor drei Wochen war der VfL noch mausetot.

Neururer hauchte dem Klub neues Leben ein und stapelt trotzdem tief:

"Wir haben noch nichts erreicht. Wir haben uns eine Perspektive erarbeitet, die uns die Möglichkeit gibt, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen."

Gegen St. Pauli wirbelten Marc Rzatkowski und Yusuke Tasaka auf den Flügeln - Tasaka traf zum 3:0 (70.).

Vorne sorgte Doppeltorschütze Zlatko Dedic (25., Foulelfmeter, 37.) für Gefahr.

Allerdings hatte die teilweise wacklige Abwehr Glück, dass St. Pauli seine Chancen nicht nutzte.

"Extrem frischer Wind"

"Ich glaube, dass wir einen Zauberer auf der Bank haben", sagte Bochums Mittelfeldspieler Christoph Kramer, und Torhüter Andreas Luthe, der sein Team gegen St. Pauli immer wieder im Spiel gehalten hatte, fügte hinzu:

"Ein Trainerwechsel mit jemandem wie Peter Neururer bringt extrem frischen Wind."

Die Fans skandierten bereits: "Wir wollen dich tanzen sehen."

Doch Neururer beließ es im Gegensatz zu früher bei Worten.

"Das wurde damals aus der Situation geboren. Das war nicht so gut, weder für den Verein noch für meine Person. Jetzt tanze ich nur noch Standard, auf irgendwelchen Festen mit meiner Frau."

Schon Platz 15

Die Tabellensituation hat sich jedenfalls deutlich entspannt, zumindest der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz ist beruhigend.

"Wichtig ist jetzt, die Köpfe oben zu behalten, hart zu trainieren und am Freitag gegen Sandhausen nachzulegen", sagte Luthe.

"Wirkung unterschätzt"

Stufe zwei auf dem Weg zum Klassenerhalt ist bewältigt, so richtig glauben können die Spieler die Trendwende beim VfL allerdings noch nicht.

"Ich muss ehrlich sagen: Ich bin schon lange beim VfL, aber selbst ich habe die Wirkung von Peter Neururer wirklich unterschätzt. Was er für eine Außenwirkung hat, ist Wahnsinn", sagte Luthe.

Der Gefeierte dürfte es mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Viel sagen jedenfalls brauchte Neururer nach dem Sieg nicht mehr.

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