vergrößernverkleinern
Jos Luhukay (l.) führte bereits Augsburg und Mönchengladbach in die Bundesliga © getty

Lasogga erlöst die Berliner gegen Sandhausen kurz vor Schluss, die Hauptstadt ist wieder erstklassig. Luhukay ist erleichtert.

Berlin - Als die Hauptstadt nach 341 Tagen in die Bundesliga zurückkehrte, war der Relegationsskandal plötzlich weit, weit weg.

"Erstklassig! Es ist geschafft", stand auf einem riesigen Transparent, das die euphorischen Fans von Hertha BSC in ihrer Kurve entrollten, anschließend sangen sie gemeinsam mit ihren Helden den Frank-Zander-Klassiker "Nur nach Hause geh'n wir nicht."

Das stimmte nicht so ganz, denn Hertha ist nun wieder zu Hause:

Mit einem erzitterten 1:0 (0:0) gegen den SV Sandhausen stieg der Traditionsklub am 30. Spieltag zum sechsten Mal ins Oberhaus des deutschen Fußballs auf, erstmals vor heimischem Publikum. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

(Die Highlights bei Hattrick, ab 19.15 Uhr im TV auf SPORT1)

Bei der "La Ola" des gesamten Kaders trugen die Profis schon ihre Kinder auf den Schultern, es folgte die kalte Bierdusche für Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz.

Niersbach gratuliert

Der "Betriebsunfall" Abstieg, welcher der Hertha im Mai 2012 in der skandalösen Relegation gegen Fortuna Düsseldorf (1:2/2:2) unterlaufen war - schnellstmöglich korrigiert.

Und umgehend gratulierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der, Pikanterie am Rande, Düsseldorf-Fan ist.

"Meinen Glückwunsch an Hertha BSC. Es ist schön, dass unsere Hauptstadt jetzt wieder in der Bundesliga vertreten ist. Spiele im Olympiastadion sind immer etwas ganz Besonderes", ließ Niersbach über den DFB mitteilen.

Luhukay erleichtert

Luhukay, wie seine Spieler im biergetränkten blauen Aufsteigerhemd, spürte eher "ein ganzes Stück Erleichterung" als pure Euphorie, er sagte bei "sky":

"Die Mannschaft hat ein hartes Stück Arbeit verrichtet, das macht mich stolz. Hertha zurückzubringen in die Bundesliga, war für mich die schwierigste Aufgabe. Wir mussten die Mannschaft neu formieren - und es hat sich gelohnt."

Pierre-Michel Lasogga sorgte in der 85. Minute einer über weite Strecken schwachen Begegnung dafür, dass die Berliner schon vier Spieltage vor Schluss uneinholbare 14 Punkte Vorsprung auf den Dritten 1. FC Kaiserslautern haben.

[kaltura id="0_guepvxro" class="full_size" title="So feiert Hertha den Aufstieg"]

Heynckes und Klopp freuen sich

Glückwünsche aus prominentem Munde hatte es bereits vor dem Anpfiff gegeben. "Die Hauptstadt muss einen Bundesligisten haben. Das ist jetzt wunderbar, dass sie aufsteigen", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes.

Luhukay, der bereits mit Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg den Aufstieg geschafft hatte, arbeitete bei den Gladbachern als Assistent von Heynckes.

Auch Dortmund-Trainer Jürgen Klopp gratulierte. "Wenn man im Fußball die Ruhe bewahrt und die richtigen Entscheidungen trifft, dann kann man immer wieder kommen. Wir freuen uns wirklich alle auf die Hertha", sagte er.

Sandhausen rührt Beton an

Die 52.135 Zuschauer im Olympiastadion hatten ebenfalls schon vor Spielbeginn gefeiert. Verfrüht.

"Nie mehr, 2. Liga!", schallte es durch das Stadion - doch wer wehrlose Sandhausener oder ein Schützenfest erwartet hatte, wurde zunächst enttäuscht. Zwar waren die Berliner klar spielbestimmend, doch Torchancen blieben Mangelware.

Sandhausens Trainer Hans-Jürgen Boysen hatte sich gegen den besten Angriff der Zweiten Liga Liga eine besondere Maßnahme ausgedacht: Mit einer Fünfer-Abwehrkette versuchte er, das Berliner Offensivspiel zu unterbinden. Es gelang.

Sechster Aufstieg der Vereinsgeschichte

Nach bereits 25 Minuten reagierte Luhukay und stellte auf Dreierkette um. Doch die Berliner brauchten weiter Geduld:

Fast wie bei einem Handballspiel sortierten sich die Gäste vor dem eigenen Tor, erst kurz vor der Halbzeit kam nach einer Ecke Sandro Wagner per Kopf zu einer ersten echten Chance. Zur Halbzeit gab es sogar Pfiffe.

Nach dem Abpfiff waren aber alle in trauter Eintracht und feierten den sechsten Aufstieg nach 1968, 1982, 1990, 1997 und 2011.

Berlin ist zurück.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel