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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Torsten Lieberknecht (l.) ist seit 2008 Cheftrainer von Eintracht Braunschweig © getty

Nach 28 Jahren kann die Eintracht in Ingolstadt die Bundesliga-Rückkehr perfekt machen. Coach Lieberknecht kündigt Großtaten an.

Von Reinhard Franke

München - Lang, lang ist's her. Es war der 8. Juni 1985 im Heimspiel gegen Bayern München.

Eintracht Braunschweig verlor damals mit 0:1, stieg ab und verabschiedete sich für lange Zeit aus der Bundesliga. Was folgte, waren schmerzhafte Jahre, in denen es bis runter in die Oberliga ging.

In den letzten Jahren ging es allerdings wieder steil bergauf, am Freitag kommt es nun wohl zum Happy End. Einer der größten Tage in der Vereinsgeschichte steht bevor, denn die Eintracht kann nach 28 Jahren Abwesenheit in die Erste Liga zurückkehren.

Ein Sieg beim FC Ingolstadt (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER und ab 22.30 Uhr die Highlights der Freitags-Spiele in HATTRICK - die Zweite Liga) reicht und die Niedersachsen sind wieder in der höchsten deutschen Spielklasse. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wieder ein Stück näher

"Wir bleiben weiter fokussiert, unabhängig, was da passieren kann. Wir haben uns die Chance erarbeitet unserem Traum wieder ein Stück näher zu kommen. Das ist die Marschroute für Ingolstadt", sagt Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht im Gespräch mit SPORT1.

"Vielleicht könnte es ja ein gutes Omen sein, dass wir beim letzten Mal in Bayern aufgestiegen sind."

Die Eintracht-Fans erinnern sich gerne: Vor zwei Jahren, in der Saison 2010/2011, gewannen die "Löwen" sechs Spieltage vor Saisonende bei der Spielvereinigung Unterhaching mit 1:0 und stiegen so in die Zweite Liga auf.

Bayern als gutes Omen?

Lieberknecht hofft insgeheim, dass dieses Kunststück nun am Freitag gegen die "Schanzer" - erneut in Bayern - wiederholt werden kann. Das Geduldsspiel bis zum Zeitpunkt, an den der Aufstieg eingetütet ist, soll schließlich nicht unnötig in die Länge gezogen werden.

"Natürlich freuen wir uns auf Freitag, mit dem Wissen, alles klar machen zu können", blickt Braunschweigs Sportlicher Leiter Marc Arnold bei SPORT1 voraus.

"Dennoch werden wir nicht vergessen, dass da ein Gegner auf uns wartet, der sicherlich keine Feiern im eigenen Stadion zulassen will. Also erst die Arbeit, dann das Vergnügen."

Keine Matchball-Gefühle

Vor einer Woche hieß der Gegner Erzgebirge Aue und es gab nur ein 1:1. Ein Dämpfer auf der Zielgeraden für die Blau-Gelben? Fehlanzeige.

"Wir brauchten vor Aue noch vier Punkte, einen haben wir geholt", so Lieberknecht. "Ich habe schon von einem vergebenen Matchball gelesen, da gab es keine Matchball-Gefühle. Das wird auch gegen Ingolstadt nicht so sein. Für uns sind es weiterhin schwere Spiele gegen Mannschaften, die uns alles abverlangen wollen."

Ball flach halten

Der Coach ist darum bemüht, den Ball flach zu halten: "Wir sind weiter ganz bei uns. Noch ist nichts passiert. Mir wäre es mehr als egal, wo wir aufsteigen."

Auch Arnold meint: "Wir nehmen es, wie es kommt." Wichtig sei, erklärt Lieberknecht, dass "wir uns nach dem schweren Spiel gegen Aue im Trainingsbetrieb die nötige Frische geholt haben, um in Ingolstadt topfit an den Start gehen zu können."

Sollte da nach 90 Minuten der Aufstieg feststehen, dürfte die Begeisterung einen Pegel erreichen, der bis zum Anschlag geht.

Große Aufstiegsparty

Ganz Braunschweig ist jedenfalls vorbereitet. Am Pfingstmontag soll die große Aufstiegsparty steigen. Lieberknecht sträubt sich noch an den Planspielen teilzunehmen.

"Ich spreche ungern davon, was passieren kann. Erst liegt noch Arbeit vor uns", betont der 39-jährige Pfälzer.

Doch er fügt auch hinzu: "Die Euphorie der Leute in Braunschweig können und wollen wir auch nicht aufhalten, sie würden sich auf diesen Tag genauso freuen wie wir. Ich habe oft gesagt, wenn das eintritt, wird es gewaltig sein und so sein, dass es einen sprachlos werden lässt."

"Wenn, dann auch richtig"

Es wäre "einfach der Wahnsinn, nach 28 Jahren das zu erreichen, wovon nie einer gedacht hätte, dass das überhaupt nochmal möglich ist."

Und weiter: "Wenn man mitbekommen hat, wie Braunschweiger feiern, dann weiß man, wie sehr das an dem Tag nochmal getoppt werden würde. Wir wünschen uns natürlich, dass wir das erleben dürfen. Und glauben auch daran."

Und wie feiert Lieberknecht dann? "Ich bin eher ein Mensch, der nach dem Motto feiert ?wenn, dann auch richtig'", stellt er klar.

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