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Orhan Ademi verpasst Aufstiegstrainer Torsten Lieberknecht eine Bierdusche © getty

Mit einem Last-Minute-Freistoßtor läutet Eintracht-Spieler Damir Vrancic die Jubelparty ein. Auf dem Platz fließen Tränen.

Ingolstadt - Nach 28 Jahren Abstinenz ist Eintracht Braunschweig zurück in der Bundesliga. Mit einem 1:0 (0:0) beim FC Ingolstadt folgte der deutsche Meister von 1967 dem bereits als Aufsteieger feststehenden Tabellenführer Hertha BSC ins Oberhaus. (ab 22.30 Uhr die Highlights der Freitags-Spiele in HATTRICK - die Zweite Liga)

Drei Spieltage vor dem Saisonende ist die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Den umjubelten Siegtreffer erzielte Damir Vrancic mit einem sehenswerten Freistoß-Tor in der 2. Minute der Nachspielzeit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für die Löwen ist es der dritte Bundesliga-Aufstieg nach 1974 und 1981.

Tränen auf dem Platz

"Was nach dem Tor abgegangen ist", sagte Trainer Torsten Lieberknecht bei SPORT1: "Da fallen einem nicht nur Felsbrocken, sondern ganze Berge vom Herzen, weil ich mich so wahnsinnig für die Spieler und die Fans freue."

Schon auf dem Feld hatte er das obligatorische Aufstiegs-Programm über sich ergehen lassen müssen. Zunächst eine Bierdusche, dann ließen ihn seine in blaue Aufstiegs-Shirts gekleideten Spieler vor der Fankurve hochleben.

"Heute ist ein Riesentraum für Braunschweig und seine Fans in Erfüllung gegangen", sagte Lieberknecht: "Es ist unfassbar, unglaublich. Ich bin heute ein extrem stolzer Trainer. Wir haben eine Traum-Saison gespielt. Ich kann noch gar nicht fassen, was wir erreicht haben."

Kumbela feiert mit Sekt

Torjäger Dominick Kumbela nahm beim Interview erst einmal einen großen Schluck aus der Sektpulle und brüllte: "Überragend. Wir haben die besten Fans der Welt."

Nun werde "richtig, richtig, richtig gefeiert", sagte Kumbela bei SPORT1: "Ich liebe euch alle."

Dem Braunschweiger Spiel war von Beginn an keine Aufstiegseuphorie anzusehen. Sehr bedächtig und kontrolliert, fast schon zurückhaltend agierte die Lieberknecht-Elf. Ingolstadt hielt durchaus ebenbürtig dagegen.

Warnschuss durch Bohl

Lediglich als Steffen Bohl (17.) von der Strafraumgrenze knapp verzog, keimte etwas Torgefahr auf.

Zu selten funktionierte das Passspiel der Eintracht über mehrere Stationen, spätestens am Strafraum der Gastgeber fehlten zündende Ideen. Die Ausfälle von Kapitän Dennis Kruppke und Mirko Boland hemmten offenbar die Kreativität.

Da allerdings auch Ingolstadt wenig einfiel, hatte zumindest die Braunschweiger Deckung alles im Griff. Beide Teams rieben sich sehr mit intensiven Zweikämpfen im Mittelfeld auf.

Vom müden Geschehen auf dem Rasen ließen sich die etwa 2.500 prächtig gestimmten Fans aus Braunschweig nicht beeinflussen. Sie vertrauten darauf, dass sich ihre Mannschaft schon noch steigern würde. Doch der deutsche Meister von 1967 fand gegen die kantigen Oberbayern weiterhin keine Mittel.

Aufregung vor der Pause

Ein recht harmloser Kopfball von Torjäger Dominik Kumbela (38.) sorgte wenigstens für ein Raunen auf der Tribüne. Aufregung gab es, als FCI-Torhüter Ramazan Özcan (45.) im Strafraum den Braunschweiger Orhan Ademi am Rande des Erlaubten rempelte, Schiedsrichter Martin Petersen aber weiterspielen ließ.

Mit Wiederbeginn nahm Braunschweig etwas mehr Fahrt auf. Schüsse von Kumbela (50.) und Benjamin Kessel (53.) ließen eine Drangphase erwarten, doch die Eintracht ließ wieder etwas nach. In der 71. Minute versuchte es Kumbela mit einem Solo, aber verzog ebenfalls.

Erst als alle sich mit dem 0:0 abgefunden hatten, traf Vrancic.

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