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Karsten Baumann übernahm 2013 den Trainerposten beim FC Erzgebirge Aue © getty

Die abstiesgbedrohten Erzgebirgler nehmen sich ein Beispiel an Bochum. Coach Karsten Baumann muss gehen, Falko Götz soll kommen.

Aue - Erzgebrige Aue setzt im Abstiegskampf auf den Peter-Neururer-Effekt und hat drei Spieltage vor Saisonende Trainer Karsten Baumann entlassen.

Als Nachfolger wird bei den "Veilchen" der ehemalige Hertha-Coach Falko Götz gehandelt.

"Wir wollen die Köpfe der Spieler noch einmal frei bekommen. In Bochum hat es ja mit Peter Neururer auch funktioniert", sagte Aues Präsident Lothar Lässig.

Trotz einer ordentlichen Serie von vier Spielen ohne Niederlage mussten der 43 Jahre alte Baumann und Co-Trainer Marco Kämpfe einen Tag nach dem 0:0 gegen den MSV Duisburg (Bericht) gehen.

Vorstand mit Spielweise unzufrieden

Aue hat derzeit drei Punkte Vorsprung auf Dynamo Dresden auf dem Relegationsrang 16. Am Montag will der Klub auf einer Pressekonferenz den Nachfolger bekanntgeben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Für die Entscheidung waren rein sportliche Gründe verantwortlich. Das 0:0 am Samstag hat uns zu dem Schritt veranlasst. Wir hätten mehr auf Sieg spielen müssen", sagte Lässig.

Mehrfach hatte der Vorstand die defensive Ausrichtung des Trainers kritisiert. Lässig: "Es ist eine Kopfsache, dass wir zuletzt so wenig Tore geschossen haben. Wir hoffen, dass der neue Trainer die Spieler wieder motivieren kann."

Baumann verärgert

Keinen Einfluss gehabt haben soll die rüde Wortwahl, die Baumann am Samstag nach dem Duisburg-Spiel gewählt hatte.

Nachdem Fans auf der Tribüne lautstark protestiert hatten, dass Torjäger Ronny König erst in der 90. Minute eingewechselt worden war, meinte Baumann: "Was die da rufen, ist mir scheißegal."

Klub will heimische Spieler

Der Klub setzt nun auf einen Neuanfang. "Wir wollen jemand haben, der hier heimisch wird und auf junge Leute setzt", sagte Lässig, dem es stets ein Dorn im Auge war, dass Baumann im Hotel lebte.

Götz ist gebürtiger Sachse (Rodewisch), ehe er als Kind an den Stadtrand von Berlin zog.

Der 51-Jährige trainierte 1860 München und zweimal Hertha BSC (2002 und 2004 bis 2007) in der Bundesliga. Zuletzt war er Nationaltrainer von Vietnam.

Baumann lange in der Kritik

Schon seit Monaten stand Baumann in der Kritik. Spätestens, nachdem Manager Steffen Heidrich im März gehen musste, konzentrierten sich die Attacken auf Baumann.

Schon vor drei Wochen war eine Vorstandssitzung zum Thema Trainer-Entlassung anberaumt.

Damals rettete sich der frühere Profi des 1. FC Köln durch einen 3:0-Sieg beim VfL Bochum.

"Werden wohl immer gegen den Abstieg spielen"

Baumann hatte sein Amt im Februar 2012 im Erzgebirge angetreten. Seitdem ging es stets gegen den Abstieg.

In der vergangenen Saison retteten sich die Sachsen erst am letzten Spieltag.

"Wir wissen, dass wir in der Zweiten Liga wohl immer gegen den Abstieg spielen. Doch wir würden uns wünschen, dass wir nicht immer bis zum letzten Spieltag zittern müssen", sagte Lässig.

Ärger um Curri

Ungereimtheiten gab es am Sonntag auch um U-23-Trainer Skerdilaid Curri. Der langjährige Spieler und Publikumsliebling der Auer hatte selbst die Vertrauensfrage gestellt.

Die Mannschaft sprach sich gegen Curri aus. Daraufhin stellte der Verein den Ex-Spieler für das Meisterschaftsspiel am Sonntag frei.

Eine Lösung soll auch in diesem Fall in Kürze präsentiert werden.

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