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Marco Kurz war keine zwei Jahre Trainer bei 1860 München © getty

Der Trainer von 1860 München ist beurlaubt. Eine Klub-Legende sieht darin eine "Erlösung". Die Nachfolge wird vorerst intern geregelt.

München - 1860 München hat Trainer Marco Kurz mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Das gab der Zweitligist zwei Tage nach der 1:4-Niederlage beim MSV Duisburg am Dienstagvormittag bekannt.

In einem persönlichen Gespräch seien dem 39 Jahre alten Fußballlehrer die Beweggründe mitgeteilt worden, hieß es. "Das war eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist", wird der neue Sportdirektor Miroslav Stevic zitiert:

"Wir mussten eine Entscheidung im Sinne des Vereins treffen."

Kurz war am 19. März 2007 vom Trainer der "Löwen"-Reserve als Nachfolger von Walter Schachner zum Chef befördert worden. In 63 Zweitliga-Spielen hatte er mit dem TSV nur 1,27 Punkte im Schnitt geholt, schwächer war nur sein direkter Vorgänger (1,21). Als Abwehrspieler hatte er 129 Bundesliga-Einsätze für 1860 absolviert. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Bis auf Weiteres wird Co-Trainer Uwe Wolf das Training der Profis leiten. Stevic verspricht sich von seiner Personalentscheidung einen Schub im Team.

"Die Mannschaft wird nun neue Impulse bekommen und muss in den nächsten Wochen die entsprechende Reaktion auf dem Platz zeigen", sagte er. "Jeder Einzelne im Kader hat jetzt die Chance, sich zu beweisen und den Anforderungen des Vereins und seiner vielen treuen Fans gerecht zu werden."

Schon am Montag hatte sich die Trennung von Kurz angedeutet.

Stoffers bekämpft "dramatischen Kotzreiz"

Der neue Geschäftsführer Manfred Stoffers hatte öffentlich bekannt, er habe im Anschluss an die Niederlage gegen Duisburg "einen dramatischen Kotzreiz bekämpft". Auf die Frage, ob Kurz am kommenden Wochenende gegen St. Pauli noch auf der Münchner Bank sitze, antwortete Stoffers: "Dazu gebe ich keine Prognose ab."

Eine Entlassung schon am Montag hatte der Rheinländer Stoffers lakonisch ausgeschlossen, weil "man am Rosenmontag keine Entscheidungen trifft, sondern Konfetti wirft". Die "Löwen"-Führung wolle nicht aus einer Stimmung heraus, sondern mit klarem Kopf entschließen, wie es weitergehe.

Radenkovic begrüßt Rauswurf

"Es geht ja nicht nur um die sportliche, sondern auch die finanzielle Zukunft des Vereins", meinte Stoffers. 1860-Legende Petar Radenkovic begrüßte bereits via "Abendzeitung" die Beurlaubung des Trainers. "Das ist eine Erlösung für 1860. Eigentlich hätte Stevic Kurz an seinem ersten Tag rausschmeißen müssen."

Als mögliche Nachfolger von Kurz, der am Montag noch zur Beobachtung des nächsten Gegners nach Hamburg geflogen war, werden Klaus Augenthaler, Ewald Lienen, Bernhard Trares, Klaus Toppmöller, Armin Veh, Reiner Maurer und der Pole Ryszard Komornicki gehandelt.

Augenthaler nicht abgeneigt

Denkbar wäre auch, dass Co-Trainer Wolf gemeinsam mit Sportdirektor Stevic die sportlichen Geschicke lenkt. Augenthaler bot sich über die "Bild"-Zeitung bereits an: "Es geht nicht um Rot oder Blau. Ich wäre gesprächsbereit."

Stevic hatte allerdings zuvor erklärt, dass kein ehemaliger Bayern-Spieler bei den "Löwen" engagiert werde, solange er im Amt sei. Lothar Matthäus war zwischenzeitlich ebenfalls als Kandidat genannt worden.

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