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Dieter Eilts übernahm am 21. November den Cheftrainerposten in Rostock © getty

Den Rostockern droht der zweite Abstieg in Folge. Dennoch spricht der Hansa-Vorstand dem erfolglosen Coach das Vertrauen aus.

Rostock - Sieben von neun Pflichtspielen verloren und erstmals in der laufenden Saison auf einen Abstiegsplatz gerutscht:

Hansa Rostock gerät unter Trainer Dieter Eilts (Porträt) immer tiefer in die sportliche Krise.

Der Ostfriese weist eine verheerende Bilanz auf und muss am Freitag gegen Rot-Weiß Ahlen unbedingt siegen - auch wenn der Klub dem Ex-Profi demonstrativ den Rücken stärkt.

"Dieter Eilts steht hier nicht zur Disposition", sagte der Vorsitzende Dirk Grabow.

Der Präsident will von einer Personaldebatte um den Trainer nichts wissen und betonte stattdessen die positiven Seiten des Eilts-Engagements.

"Absolut mit ihm zufrieden"

"Was die Trainingsarbeit angeht, sind wir absolut mit ihm zufrieden. Man sieht im Vergleich zu der Zeit vor der Winterpause eine deutliche Verbesserung."

Doch mit demonstrativer Nibelungen-Treue hat Rostock keine guten Erfahrungen gemacht.

Auch an Eilts-Vorgänger Frank Pagelsdorf hielt man trotz Erfolglosigkeit lange fest und stieg im vergangenen Sommer aus Liga eins ab.

Im November musste "Pagel" dann gehen. Nun droht der zweite Abstieg innerhalb eines Jahres unter Grabow. (zur Tabelle)

Kein Wunder, dass auch der Hansa-Chef heftigen Gegenwind verspürt. "Wenn ich keinen Erfolg habe, fehlen auch mir die Argumente", gibt Grabow zu.

Ein Jahr Dritte Liga möglich

Mittlerweile hat man sich an der Ostsee notgedrungen mit dem GAU beschäftigt. "Wir müssen zum 1. April auch die Lizenzierungsunterlagen für die 3. Liga einreichen", so Grabow.

Ein Jahr, so der Klubchef, könne Hansa dort durchaus bestehen. Auf Dauer jedoch bekäme man Probleme, weil die Infrastruktur des Klubs mittlerweile zu groß sei.

Eilts präsentiert sich in der Drucksituation betont selbstkritisch. Der 44-Jährige sprach zuletzt von der "erfolglosesten Zeit" seiner Karriere. Am 21. November hatte er seinen Dienst bei den Mecklenburgern angetreten.

Drei Monate nach seiner Trennung vom DFB als Trainer der U21-Auswahl droht dem Ex-Profi von Werder Bremen der nächste Rückschlag in seiner Trainer-Karriere.

Personelle Entspannung

Zumindest die personelle Situation lässt den Fußballlehrer auf eine Wende hoffen. Innenverteidiger Gledson kehrte am Montag nach zweieinhalbwöchiger Pause wieder ins Training zurück.

Nach seiner Nasenbein-Operation schützt den Brasilianer eine Gesichtsmaske.

Ob der 29-Jährige gegen Ahlen spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. Mittelfeldspieler Tobias Rathgeb (Reha), Stürmer Enrico Kern (Prellung) und Verteidiger Benjmin Lense (Bänderverletzung) hoffen auf die baldige Rückkehr in die Mannschaft.

Bleibt die Hoffnung, dass die Hansa-Kogge in den kommenden Partien gegen Ahlen, St. Pauli (6. März) und dem FC Ingolstadt (15. März) wieder im Wind segelt.

Gute Signale hat Grabow längst ausgemacht: "Ich glaube, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben. Die Auftritte zuletzt gegen Aachen und Mainz haben gezeigt, dass sie kämpfen wollen."

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