vergrößernverkleinern
Uwe Wolf absolvierte 90 Bundesliga-Spiele für Nürnberg und 1860 München © getty

Uwe Wolf wird für den Kantersieg gegen St. Pauli belohnt. Bis zum Sommer bleibt er 1860-Cheftrainer.

Von Jürgen Blöhs

München - "Ich sage besser nichts, denn das wäre vernichtend", war Holger Stanislawski nach der 1:5-Klatsche seines FC St. Pauli bei 1860 München angefressen.

Daher gratulierte der Trainer seinem Kollegen Uwe Wolf lediglich "zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg" - und schwieg fortan.

Auskunftsfreudiger war Helmut Schulte: "Das war eine Solidaritätsunterstützung für notleidende Löwen", ärgerte sich der Sportdirektor.

"Pleite von Duisburg abgehakt"

Die "notleidenden Löwen" wirkten nach Chaoswochen, die in den Entlassungen von Sportdirektor Stefan Reuter und Trainer Marco Kurz gipfelten, wie entfesselt.

Kurz' Nachfolger hatte mit seiner Arbeit offenbar seinen Anteil daran: Für Uwe Wolf war das Ergebnis "hochverdient und das Ergebnis harter Arbeit" (SPIELBERICHT: Traumeinstand für Wolf).

Und harte Arbeit ist das Credo des neuen Trainers: "1860 ist ein Arbeiterverein. Wer den Löwen auf der Brust trägt, muss das beherzigen. das sind wir den Fans schuldig. Man muss die Leistung jede Woche bestätigen. Das erwarte ich."

"Bleibe bis Saisonende Cheftrainer"

Die Belohnung für seine gute Arbeit in den ersten Tagen hat Uwe Wolf bereits erhalten: "Der Verein hat mir das Vertrauen ausgesprochen und ich bin erstmal bis zur Sommerpause Cheftrainer.", verkündete der 41-Jährige im "DSF".

"Es ist eine Ehre für mich, bei 1860 als Trainer arbeiten zu dürfen."

"Erwarte Reaktion vom Verein"

"Ein Trainer braucht Rückendeckung", hatte Wolf schon nach der Partie gegen St. Pauli klargestellt. "Ich habe vor dem Spiel von den Spielern eine Reaktion erwartet, jetzt erwarte ich eine vom Verein."

Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist jedenfalls vorhanden: "Die Trainersuche hat derzeit nicht höchste Priorität, auch wenn wir natürlich immer ein Auge offen haben", sagt Miroslav Stevic.

"Wir wollen mit Wolf so weiterarbeiten", gab der neue Sportdirektor zudem bekannt, um aber sofort einzuschränken: "Wenn es so erfolgreich weitergeht."

Investoren-Deal endgültig geplatzt

Was wohl auch für Wolf spricht: Der Deal der "Löwen" mit dem Berliner Investor Nicolai Schwarzer ist nun endgültig geplatzt, wie 1860-Präsident Rainer Beeck der "tz" bestätigte.

Das erhöht die Chancen Wolfs, dessen Weiterbeschäftigung günstiger wäre als die Verpflichtung eines externen Coachs.

Geht es nach Torben Hoffmann, dann sollte der Klub sofort Nägel mit Köpfen machen:

"Ich bin nicht verantwortlich, wer Trainer wird, aber Wolf wäre eine gute Wahl", sagte der Routinier zu Sport1.de: "Die Spieler haben Respekt vor ihm."

Rückkehrer helfen dem Team

Hoffmann war neben Torhüter Michael Hofmann der prominenteste Rückkehrer unter dem neuen Coach.

"Das war nicht dieselbe Mannschaft. Ich habe einige Positionen verändert. In jeden Mannschaftsteil habe ich einen lautstarken Spieler mit Autorität gestellt", beschrieb Ex-Profi Wolf, der 1994/95 selbst bei 60 aktiv war, Veränderungen im Vergleich zu seinem Vorgänger.

Und verrät eine Motivationsmaßnahme der besonderen Art: "Auf dem Weg zur Arena haben wir im Bus nur zwei Stücke im Wechsel gehört: Fan-Gesänge und 'Stark wie noch nie' (1860-Vereinshymne, Anm. d. Red.) - immer lauter, je näher wir dem Stadion kamen."

"Ich brenne"

Der Neu-Trainer lebt den Spielern seine Linie vor: Selbst nach einer beruhigenden 5:1-Führung lief Wolf in der Coaching-Zone stetig auf und ab und gab lauthals Anweisungen an sein Rudel.

"Ich brenne, und das erwarte ich auch von den Spielern", verriet Wolf im Gespräch mit Sport1.de: "Auf der Bank sitzen kann ich nicht."

Auch seine Spieler dürfen sich wieder mehr bewegen: Wolf kündigte an, dass es "ab sofort keine freien Tage mehr" und "täglich zwei Trainingseinheiten" geben werde.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel