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Peter Neururer (l.) feiert mit seiner Mannschaft den 2:1-Sieg bei Alemannia Aachen © getty

Peter Neururer sorgt beim MSV wieder für Euphorie und rechnet mit seinen Kritikern ab. Aachen schreibt dagegen den Aufstieg ab.

Aachen - "Peter der Große" ist wieder obenauf:

Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit hat Trainer Peter Neururer mit dem MSV Duisburg eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt.

Nach neun Spielen ohne Niederlage, dem Sprung auf Rang vier und dem ersten Sieg auf dem Aachener Tivoli seit 20 Jahren sprach der Coach denn auch vollmundig vom Aufstieg (Zum Spielbericht).

Gleichzeitig widersprach er Präsident Walter Hellmich, der die anstehende Vertragsverlängerung mit Neururer verkündet hatte.

Noch keine Einigung über Verlängerung

"Das ist schön, wenn der Präsident das erklärt", sagte der Coach nach dem 2:1 (1:1)-Sieg bei Alemannia Aachen.

"Aber bei aller Freude, dass er meine Arbeit schätzt: Es gibt noch Bedingungen, und wenn diese nicht erfüllt sind, wird es keine Verlängerung geben."

Weiterhin betonte er: "Ich bin 53 Jahre und habe über 500 Spiele auf dem Buckel. Ich entscheide selbst, ob ich bleibe oder gehe."

Hellmich: "Er ist der Richtige"

Doch derzeit wird dem Trainer beim MSV jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Auch die von ihm geforderte Vertragsverlängerung von Sportdirektor Bruno Hübner wird wohl erfolgen.

"Neururer ist der Richtige. Durch ihn ist mehr Leben in der Mannschaft", sagte Hellmich.

Als der 53-Jährige den Verein im November übernahm, herrschte beim MSV Tristesse. Der Rückstand auf den Relegationsrang ist seitdem zwar nur um drei Punkte geschrumpft, doch der damalige Tabellenelfte ist plötzlich wieder ein heißer Aufstiegskandidat.

"Typisch große Fresse"

Und Neururer nutzte die Situation gleich zur großen Kampfansage und zum Seitenhieb auf seine Kritiker.

"Am Anfang hat jeder gesagt: Der Neururer spricht vom Aufstieg, der hat einen Knall, der dreht durch, das ist seine typisch große Fresse", meinte er.

"Doch nun reden wir schon am 22. Spieltag von Dingen, die noch vor vier Wochen absurd schienen", fügte er hinzu.

Den Aufstieg hat er fest ins Visier genommen: "Vier Punkte Rückstand sind verschwindend gering. Das ist nichts. Wir haben noch alle vor uns stehenden Teams zu Hause. Alles ist möglich."

Duisburger Optimismus

Diese Euphorie hat er auch auf seine Spieler übertragen. "Ich hoffe, dass die Serie bis Ende der Saison weitergeht", sagte Cedrick Makiadi, der das 1:1 erzielte (37.).

Und Siegtorschütze Änis Ben-Hatira verkündete nach dem 800. Zweitliga-Treffer des MSV (83.). "Es ist kein Geheimnis, dass wir aufsteigen wollen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das packen."

Beiden Torschützen hatte Neururer, der bis zur ersten Niederlage nicht zum Friseur gehen und nicht die Kleider an Spieltagen wechseln will, übrigens ihre Treffer vorausgesagt.

"Dass ich auch noch zum Propheten werde, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht habe ich ja den Beruf verfehlt", meinte er übermütig.

Aachener Frust

Bei den Aachenern, die durch Szilard Nemeth sogar geführt hatten (35.), herrschte nach dem Sturz auf Platz sechs dagegen Frust.

Trainer Jürgen Seeberger wollte den Aufstieg noch nicht abhaken, dies übernahmen dafür seine Spieler.

"Vom Aufstieg müssen wir uns erst einmal verabschieden", sagte Torhüter Torsten Stuckmann. Und Torjäger Benjamin Auer gab zu: "Platz 3 ist nun kein Thema mehr."

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