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"Ich bin jetzt bis 2020 Trainer", spaßt 1860-Neucoach Uwe Wolf © getty

Neu-Coach Uwe Wolf hat 1860 München wieder Leben eingehaucht. Bei Sport1.de spricht der 41-Jährige über Ziele und seinen Vorgänger.

Von Andreas Kloo

Aachen - Uwe Wolf (Porträt) zieht die Zügel an - und hat sogleich Erfolg damit. (zum Nachbericht: Löwen belohnen Wolf).

Mit einem 5:1 über den FC St. Pauli feierte der Neu-Coach von 1860 München ein glänzendes Debüt als Cheftrainer, nachdem er seiner Mannschaft alle freien Tage gestrichen hatte und zudem täglich zwei Trainingseinheiten abspulen lässt. (zum Klub-Kader)

Der Wolf unter den "Löwen" verlangt mehr, wie er im Interview mit Sport1.de verrät. "Ich will Angriffsfußball spielen", meint der 41-Jährige vor der kommenden Aufgabe im bayerischen Derby beim FC Ingolstadt (Sonntag, ab 13.45 Uhr LIVE). "Es geht nur über harte Arbeit."

Das Verhältnis zu seinem entlassenen Vorgänger Marco Kurz hat laut Wolf nach seiner Inthronisierung zum "Chef" nicht gelitten. Im Gegenteil.

Vergleich mit Kurz nervt

Allerdings nerven den neuen Lenker des Tabellen-Zehnten die Vergleiche mit Kurz: Die "sollten jetzt langsam mal aufhören".

Sport1.de: Herr Wolf, wie fühlt man als offiziell bestätigter Cheftrainer?

Uwe Wolf: Ja, ich bin jetzt offiziell Cheftrainer. Das hat mir unser Sportdirektor Micki Stevic am Montag mitgeteilt. Ich bin jetzt bis 2020 Trainer - nein Spaß beiseite, bis zum Sommer. Das freut mich natürlich ungemein. Ich bin stolz, Trainer bei 1860 sein zu dürfen.

Sport1.de: Ihr Einstand gegen St. Pauli verlief mit dem 5:1-Sieg ideal. Verblüffend waren die ersten 30 Minuten. Da legte ihre Mannschaft los wie die Feuerwehr. Was haben Sie den Spielern vor der Partie gesagt?

Wolf: Ich habe gesagt, es ist ein Heimspiel. Deshalb sollten wir auch so auftreten wie in einem Heimspiel. Das heißt Vollgas geben von der ersten bis zur letzten Minute für den Verein, für 1860. Wir wussten, dass St. Pauli in der Defensive anfällig ist, wenn man sie unter Druck setzt. Das haben wir ausgenutzt und schöne Tore herausgespielt.

Sport1.de: Wie würden Sie nun die aktuelle Lage der Löwen in der Liga einordnen? Steckt 1860 immer noch im Abstiegskampf?

Wolf: Ich schaue immer nach vorne. Wir haben klare Ziele, und die wollen wir erreichen. Aber die nächste Aufgabe ist jetzt erst einmal das Spiel in Ingolstadt. Und da muss die Mannschaft die Leistung aus dem St.-Pauli-Spiel bestätigen.

Sport1.de: Im Auswärtsspiel in Duisburg wirkte die Mannschaft allerdings eher mutlos. Wird das in Ingolstadt anders sein?

Wolf: Wir haben in anderen Partien schon bewiesen, dass wir auswärts gut sind. In Mainz beispielsweise haben wir nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 geschafft. Unser Auftreten war bislang in der Fremde sogar besser als zu Hause. Aber jetzt geht es vor allem darum, die Leistung aus dem letzten Heimspiel zu bestätigen.

Sport1.de: Sie haben vor dem Spiel gegen St. Pauli erfolgreich einige radikale Personaländerungen vorgenommen: Michael Hofmann ins Tor, Torben Hoffmann in die Innenverteidigung. Hatten Sie in Ihrer Position als Co-Trainer Ihrem damaligen Chef Marco Kurz diese Änderungen auch schon angetragen?.

Wolf: Klar bringt man sich als Co-Trainer ein und macht Vorschläge. Ich werde künftig sicherlich auch Vorschläge bekommen. Aber ich betone: Die letzte Entscheidung liegt beim Cheftrainer. Der muss dann auch die Verantwortung tragen.

Sport1.de: Wie ist das Verhältnis zwischen ihn und Kurz heute?

Wolf: Marco hat mir nach seiner Beurlaubung geraten, wenn mir 1860 den Job gibt, soll ich Ihn annehmen. Er hat mit nach dem Spiel auch eine Glückwunsch-SMS geschrieben. Marco ist ein akribischer Arbeiter, der sicher als Trainer einen erfolgreichen Weg gehen wird.

Sport1.de: Sie sagen, Kurz sei ein akribischer Trainer. Wie würden Sie Ihren Stil bezeichnen? Sind Sie vor allem der Motivationskünstler?

Wolf: Die Vergleiche mit Marco Kurz sollten jetzt langsam mal aufhören. Als Motivator würde ich mich schon bezeichnen. Letztlich lautet aber meine Philosophie: Fußball ist ein einfaches Spiel. Also sollte man das Spiel auch so einfach wie möglich lassen. Ich will Angriffsfußball spielen.

Sport1.de: Was heißt das konkret?

Wolf: Zum Angriffsfußball gehört auch kämpferischer und läuferischer Einsatz von jedem einzelnen Spieler. Gegen St. Pauli hat das wunderbar geklappt. Jetzt müssen wir konzentriert weiterarbeiten. Es geht nur über harte Arbeit - ohne Fleiß kein Preis.

Sport1.de: Das klingt nicht neu...

Wolf: Wir müssen uns in jeder Woche konzentriert auf die Spiele vorbereiten. Meine Aufgabe ist, dass die Mannschaft ihr Potenzial immer abrufen kann.

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