1860 hat den Routinier wie erwartet als Coach verpflichtet. Dabei hatte er die Münchner vor Saisonbeginn noch hart kritisiert.

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Von Reinhard Franke

München - Nach langer Suche hat Zweitligist 1860 München endlich seinen neuen Trainer verpflichtet.

Die Löwen bestätigten am Samstagnachmittag, dass Friedhelm die Nachfolge des entlassenen Alexander Schmidt antritt.

Funkel wird bei den "Blauen" erhält einen Einjahresvertrag mit Option für einen Anschlussvertrag. Er wird am Sonntag um 14 Uhr offiziell vorgestellt.

Einen eigenen Co-Trainer wird der 59-Jährige nach SPORT1-Informationen nicht mitbringen.

Auch beim 1. FC Kaiserslautern soll der Coach auf der Wunschliste gestanden haben. Der klare Auftrag an den Zweitliga-erfahrenen Funkel: Er soll 1860 zurück in die Bundesliga führen.

Das gelang dem gebürtigen Neusser schon mit fünf Vereinen: mit dem MSV Duisburg, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Köln und zwei Mal mit Bayer Uerdingen.

Lange Kandidatenliste

Nach der Entlassung von Ex-Coach Alexander Schmidt vor einer Woche nach der peinlichen 0:2-Schlappe zu Hause gegen den SV Sandhausen waren beim Münchner Traditionsverein in der letzten Woche viele Namen gehandelt worden:

Lorenz-Günther Köstner, Franco Foda, Holger Stanislawski, ja sogar Lothar Matthäus war dabei.

Und Funkel. Der 59-Jährige war jedoch von Anfang an der Wunschkandidat der Klub-Bosse.

Am Dienstag war Funkel erstmals nach München gekommen, um mit den 1860-Verantwortlichen, Sportdirektor Florian Hinterberger und Geschäftsführer Robert Schäfer, konkret zu verhandeln.

Ismaik legte Veto ein

Schnell war klar, dass beide Seiten Interesse an einer Zusammenarbeit haben.

Es gab nur einen Haken an der ganze Sache: Investor Hasan Ismaik. Der wollte die große Lösung und legte aus Abu Dabi schnell sein Veto ein.

Ihm war Funkel zu farblos, nicht schillernd genug. Schon Ismaiks Cousin Noor Basha sagte, dass man einen Trainer brauche, "der die Menschen an der Grünwalder Straße begeistert".

So sehr, "dass sie kommen, um sich Autogramme zu holen".

Funkel: Massive Kritik vor der Saison

Zudem wurde Funkel verübelt, dass er als Experte in einer Saisonvorschau für die Zweite Liga den Klub massiv kritisiert hatte.

Die ständige Unruhe bei Sechzig "nervt sogar mich aus der Entfernung. Wenn dieser Scheich in den nächsten Monaten zur Abwechslung mal die Klappe hält und die Leute in Ruhe arbeiten lässt, dann kann das was werden".

Nun hat sich Ismaik anscheinend doch umstimmen lassen und der "kleinen" Lösung zugestimmt.

Im letzten Herbst wollte Ismaik mit dem früheren englischen Nationalcoach Sven-Göran Eriksson einen Trainer mit Weltruf verpflichten, doch damals stellten sich Hinterberger und Schäfer quer und machten Schmidt zum Cheftrainer mit Vertrag bis 2014.

Nun ist Schmidt seit einer Woche Geschichte und Funkel soll den maroden Zweitligisten aus dem Tiefschlaf wecken.

"Verein gehört in die Bundesliga"

"Der Verein gehört von seinem Potenzial ganz klar in die Bundesliga", sagte Funkel zuletzt im Gespräch mit SPORT1.

Für den Ex-Profi (1. FC Kaiserslautern, Bayer Uerdingen) sind die "Löwen" die neunte Trainerstation im deutschen Profifußball.

Zuletzt war der Routinier bis April 2012 bei Alemannia Aachen tätig, konnte die Schwarz-Gelben aber nicht vor dem Sturz in die Drittklassigkeit bewahren.

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