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Florian Hinterberger (l., mit Coach Funkel) folgte als 1860-Sportchef auf Miki Stevic © getty

Der neue "Löwen"-Dompteur Friedhelm Funkel feiert in Aalen Premiere. Sportchef Hinterberger erklärt SPORT1 den Coup für mehr Ruhe.

Von Reinhard Franke

München - Die ersten Trainingseinheiten liegen hinter Friedhelm Funkel.

Und mit dem neuen Trainer von 1860 München, einem ruhigen und bodenständigen Vertreter, kehrt zumindest vorerst wieder etwas Ruhe bei den "Löwen" ein.

Und mit der Ruhe ist das immer so eine Sache beim Münchner Traditionsverein. In der letzten Woche wurde jedenfalls viel spekuliert und diskutiert.

1860-Sportdirektor Florian Hinterberger ist daher froh, dass er rechtzeitig vor Funkels Premiere im Auswärtsspiel beim VfR Aalen (ab 18.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) den neuen Trainer gefunden hat und sich nicht mehr mit wilden Gerüchten um Kandidaten für diesen Posten rumärgern muss.

Volle Konzentration auf Funkel

"Bei 1860 ist es lustig und amüsant, da herrscht Utopia und Fantasia, nur, wenn man selber in den Verhandlungen dabei war, weiß man was abgeht", sagte Hinterberger im Gespräch mit SPORT1.

"Von mir gab es einige Kandidaten-Vorschläge, die wurden besprochen und der Verein hat mir schnell zugestimmt Funkel sofort zu kontaktieren. Ich habe ihm natürlich auch gesagt, dass ich den einen oder anderen Alternativ-Vorschlag habe. Letztendlich gab es aber nur Gespräche mit Funkel."

Und der 54-Jährige fügte hinzu: "Alles, was drum herum da genannt wurde, war kein Thema."

Es sei der Trainer geworden, den sie alle wollten - einstimmig.

Ismaik lässt sich umstimmen

Was überrascht: Auch der übermächtige Investor Hasan Ismaik hat sich am Ende umstimmen lassen.

Dabei wollte er ursprünglich die große Nummer und brachte Namen wie Felix Magath und Lothar Matthäus ins Spiel, doch "weder Magath, noch Matthäus waren bei 1860 ein Thema, es herrschte einstimmig die Meinung Funkel zu kriegen", betonte Hinterberger.

"Es ist ein tolles Gefühl, dass alle hinter dieser Entscheidung standen. Das gab es in der Vergangenheit nicht sehr oft bei den 'Löwen' und darüber bin ich natürlich sehr froh", sagte dann auch ein zufriedener Funkel zu SPORT1.fm.

Aufstieg als Ziel

Der 59 Jahre alte Coach hat offenbar große Ziele und peilt mit 1860 den Aufstieg in die Bundesliga an. Die Münchner seien zwar nicht der einzige Verein, der aufsteigen wolle, aber die Möglichkeiten dazu seien bei 1860 "auf jeden Fall gegeben".

Mit der Verpflichtung Funkels ist Hinterberger definitiv ein Coup geglückt und gegen Ismaik hat er einen kleinen Punktsieg gelandet. Als Sieger will er sich aber nicht feiern lassen.

Ein klein wenig stolz ist der Sportchef insgeheim aber schon. "Natürlich freue ich mich mehr über Lob, als über Tadel, aber es geht darum für den Klub das zu finden, was uns auf die Erfolgsspur bringt", weiß Hinterberger.

Investoren-Gerede lässt Hinterberger kalt

Das ganze Gerede um Ismaik lässt Hinterberger kalt. "Ich konzentriere mich aber auf das, was ich zu tun habe. Hier gab es den Auftrag Funkel zu verpflichten, dabei auf das Budget zu achten und alles mit dem Ziel, dass wir erfolgreich sind."

Die in der Vergangenheit aufkommende Kritik an seiner Arbeit ließ ihn ebenfalls kalt. Er ist ein harter, akribischer Arbeiter, der gerade bei der Kaderzusammenstellung vor der Saison ein glückliches Händchen bewies.

Nun der gelungene Deal mit Funkel. Hinterberger, schon im dritten Jahr als Sportchef im Amt, schätzt den neuen Chefcoach sehr: "Menschlich und auch fachlich".

Keine kleine Lösung

Funkel als kleine Lösung zu bezeichnen, lehnt Hinterberger ab: "Er ist nicht die kleine und auch nicht die große Lösung, er ist anhand des Anforderungsprofils die beste Lösung für 1860."

Funkel sei schließlich schon in Metropolen wie Köln, Berlin und Frankfurt gewesen, "wo es ja ähnlich emotional zugeht wie bei uns, da brauchst du gute Nerven, musst in dir ruhen und Erfahrung haben."

Aufregung um ein Zitat

Dass ausgerechnet Funkel selbst mit einem Zitat über den Investor für Diskussionsstoff sorgte, mutet da fast ein wenig kurios an. Ismaik solle die Klappe halten, dann könne es auch mit dem Aufstieg klappen, wurde Funkel in der "tz" wiedergegeben.

"Friedhelm sagte mit unter vier Augen, dass er das Zitat so im Leben nicht gesagt hat", beteuert Hinterberger: "Er meinte nur, dass es gut wäre, wenn Ruhe herrscht, damit man die Ziele erreicht."

Denn mit der Ruhe ist es ja so eine Sache beim TSV 1860.

[kaltura id="0_5dzl7qjv" class="full_size" title="L wen setzen voll auf Funkel"]

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