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Andreas Zachhuber war bereits von März 1999 bis September 2000 Hansa-Chefcoach © imago

Andreas Zachhuber übernimmt die Regie bei Hansa und erhält einen Vertrag bis Saisonende. An der Ostsee ist er ein alter Bekannter.

Hamburg/Rostock - Am Ende eines Wochenendes voller Pleiten, Pech und Pannen präsentierte Hansa Rostock Andreas Zachhuber als neuen Trainer.

Der 46-Jährige, der Hansa schon 1999 und 2000 vor dem Erstliga-Abstieg bewahrte, trat die Nachfolge von Dieter Eilts an.

Er soll die Hansa-Kogge nach den großen Problemen auf und neben dem Spielfeld in ruhiges Fahrwasser führen.ad

"Aller guten Dinge sind drei"

"Ich bin ja bekannt dafür, dass ich eine Mannschaft auf den letzten Drücker rette. Wir haben es 1999 und 2000 geschafft. Wir werden es wieder schaffen. Aller guten Dinge sind drei", meinte Zachhuber.

Vor allem seine Rettungstat aus dem Jahr '99 ist vielen Hansa-Fans in bester Erinnerung. Damals holte er aus den letzten elf Spielen 21 Punkte und schaffte das "Wunder".

Co-Trainer von Zachhuber wird Thomas Finck, der zuletzt die 2. Mannschaft betreute.

Rydlewicz suchte Kompetenz und Herz

Beide erhielten einen Vertrag bis Saisonende, der sich im Falle des Klassenerhaltes verlängert. "Wir haben Trainer gesucht, die kompetent und erfahren sind und die Hansa-Kogge im Herzen tragen", sagte Manager Rene Rydlewicz.

Zachhuber gab sich hochmotiviert: "Ich werde zunächst schauen, wen ich in den Käfig schicken kann. Wer morgen nicht bereit ist, in den Zug einzusteigen, hat keine Chance."

Schon in der vergangenen Woche wurde er gefragt, ob er sich vorstellen könne, den Job zu übernehmen.

Zachhuber trainierte zuletzt Fünftligist

"Ich musste nicht lange nachdenken. Ich bin seit 1975 im Klub", so Zachhuber, der aber bis zuletzt Eilts die Daumen gedrückt hatte.

Zuletzt trainierte der frühere Hansa-Spieler den Fünftligisten Greifswalder SV.

Seine erste Bewährungsprobe erhält er am kommenden Wochenende, wenn Hansa im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt antritt.

Der glücklose Vorgänger Eilts war am Freitag nach der 2:3-Niederlage in St. Pauli entlassen worden.

Eilts glückt nur ein Sieg

Der Europameister von 1996 hatte in seiner 104-tägigen Amtszeit nur einen Sieg aus zehn Spielen geholt. Der Klub war unter ihm auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.

Eine Woche zuvor hatte Hansa bereits den Manager ausgetauscht.

Für Herbert Maronn kam Ex-Profi Rene Rydlewicz. Kurz vor dem Spiel am Freitag löste Hans-Ulrich Gienke als Chef des Aufsichtsrates Adalbert Skambraks ab.

Fraglich ist, ob Zachhuber sein neues Amt mit einer Hypothek antreten muss.

Hansa droht Platzsperre

Nach den schweren Krawallen rund um das Spiel am Freitag durch Rostocker Randalierer droht Hansa neben einer Geldstrafe auch eine Platzsperre, da der Klub Wiederholungstäter ist.

Nach den Ausschreitungen mit mehreren Festnahmen und Verletzten kündigte Hansa an, bundesweite Stadionverbote gegen identifizierte Randalierer auszusprechen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Hansa hat bereits den zweiten Trainer in der laufenden Saison verschlissen.

Nach dem 12. Spieltag hatte schon Frank Pagelsdorf seinen Stuhl räumen müssen. In der laufenden Zweitliga-Saison wurde somit der siebte Trainerwechsel notiert.

Neben Pagelsdorf und Eilts hatte es zuvor schon Thomas von Heesen (1. FC Nürnberg), Rudi Bommer (MSV Duisburg), Christian Hock (SV Wehen Wiesbaden), Marco Kurz (1860 München) und Christian Wück (Rot-Weiß Ahlen) getroffen.

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