vergrößernverkleinern
Patrick Helmes (l.) spielte schon von 1997-2000 und von 2005-2008 in Köln © getty

Nach dem Kantersieg des 1. FC Köln bei Energie Cottbus setzt Patrick Helmes die erste Duftmarke und lässt die Anhänger träumen.

Von Reinhard Franke

Cottbus/München - Ein wenig verschüchtert wirkt sie noch, die neue und alte Kölner Heldenfigur.

Ein paar Mal fuhr Patrick Helmes sich verlegen durchs Haar, als er nach Spielschluss ans Fernseh-Mikrofon gebeten wurde.

Was unumgänglich war nach seinem Gala-Start beim furiosen 4:0-Sieg seines 1. FC Köln bei Energie Cottbus (Bericht). Ebenso unumgänglich wie die Getränkerunden, die er auf der Heimfahrt an seine Mitspieler ausgeben würde müssen. "Das wird kommen", mutmaßte der ehemalige Nationalstürmer bei SPORT1.

Selbst schuld: Mit einem Blitz-Tor zum 1:0 (nach 110 Sekunden) und einer Torvorlage zum 2:0, erzielt durch seinen Sturmpartner Anthony Ujah, machte sich Helmes zum Mann des Abends - auf dem Platz und im Mannschaftsbus. (749962DIASHOW: Aufstiegstipps der Zweitliga-Trainer)

"Daran denkst du im Traum nicht"

"Daran denkst du im Traum nicht", hielt Helmes nach Abpfiff strahlend fest.

Erst vor zwei Wochen vom VfL Wolfsburg zum zweiten Mal zu seiner großen Liebe zurückgekehrt, bestätigte Helmes direkt seine neue Rolle als personifizierte Aufstiegshoffnung des Tabellen-Dritten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Eine Rolle, die Helmes annimmt ("Ich träume davon, mit dem FC in die erste Liga zurückzukehren") - und auch außerhalb des Platzes gleich ausfüllt.

Lautern schon im Blick

Das Lob für seinen Auftritt gab er direkt an seine Teamkollegen weiter - und schwörte sie im selben Atemzug darauf ein, dass vor dem gemeinsamen Traum noch viel harte Arbeit steht: "Das war heute ein wichtiger Sieg, aber ich weiß aus der Vergangenheit, dass es ein langes und schwieriges Jahr wird."

Auf die nächste Prüfung, das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, hat Helmes den Blick schon gerichtet:

"Jetzt gilt die volle Konzentration der Partie am Freitag. Das ist ein Bundesligaspiel, darauf können wir uns alle freuen", so der 29-Jährige.

Karnevalsstimmung färbt ab

Schon im Stadion der Freundschaft kam bei den Kölner Fans so etwas wie Karnevalsstimmung auf. Die auch ein wenig auf die sonst nicht so karnevalistischen Klubverantwortlichen abfärbte.

Kölns grundnüchterner Sportchef Jörg Schmadtke, der den Helmes-Deal ganz still und leise eingetütet hatte, konnte schon in der Halbzeit - beim Stand von 3:0 - ein verschmitztes Lächeln nicht verbergen.

Auch der sonst eher stoisch wirkende Trainer Peter Stöger zeigte nach dem Spiel das eine oder andere Lächeln mehr als sonst.

"Dass er sich mit seinem ersten Treffer so lange Zeit gelassen hat, deswegen bin ich ihm ein bisschen böse", feixte der Österreicher - und hielt zugleich ganz ohne Schmäh fest: "Patrick ist als Typ für uns sehr wichtig. Er bringt der Mannschaft Erfahrung, Routine und Abgebrühtheit. Außerdem passt er charakterlich gut in unsere Truppe."

Stöger schränkt ein

So erfolgreich das Comeback auch war, so bemüht war Stöger die Helmes-Mania nicht gleich überschäumen zu lassen.

Man habe zwar "vieles richtig gemacht", aber: "Wir sind immer noch nicht an dem Punkt, an dem die Mannschaft ihr Potenzial ganz abruft."

Mit ihrem neuen, alten Helden im Sturm könnte sie aber durchaus noch an diesen Punkt gelangen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel