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Ingolstadt verlor die letzte Partie unter Marco Kurz mit 1:2 gegen St. Pauli © getty

Der FCI zieht die Reißleine. Ein Nachfolger soll nach SPORT1-Informationen bis zur Länderspielpause gefunden werden.

München - Zweitligist FC Ingolstadt hat nach dem katastrophalen Saisonstart die Reißleine gezogen und Trainer Marco Kurz entlassen.

Am Sonntag hatten die Bayern ihr Heimspiel gegen den FC St. Pauli 1:2 verloren und belegen deshalb weiterhin den letzten Tabellenplatz in der 2. Liga. Der 44-Jährige Fussballlehrer war erst seit Saisonbeginn bei den Schanzern tätig.

Bereits beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim war Kurz nur wenige Monate im Amt.

Gerüchte um Norbert Meier

Damit ist der vierte Trainerwechsel der laufenden Spielzeit perfekt. Zuvor hatten Peter Pacult (Dynamo Dresden), Franco Foda (1. FC Kaiserslautern) und Alexander Schmidt (1860 München) vorzeitig gehen müssen.

Die Gerüchte, Favorit auf die Nachfolge von Kurz sei der im Mai beim Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf entlassene Norbert Meier, erwiesen sich nach SPORT1-Informationen jedoch schnell als hinfällig.

Noch gäbe es zum neuen Trainer gar nichts zu vermelden. Bis zur Länderspielpause solle dann ein Neuer gefunden werden, damit der auch Zeit hat, mit der Mannschaft schon ein bisschen zu arbeiten.

Henke übernimmt als Interimslösung

Der Verein teilte am Montag mit, er habe bei der Trennung "von der Option Gebrauch gemacht, den bis 2016 geschlossenen Vertrag vorzeitig aufzulösen". Neben Kurz wurde auch Individualtrainer Alexander Ende mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Bis auf Weiteres wird der bisherige Co-Trainer Michael Henke die Mannschaft betreuen. Der einst kongeniale Assistent von Ottmar Hitzfeld bei Bayern München und Borussia Dortmund scheiterte jedoch bei seinen bisherigen Chef-Trainerstadtionen in Kaiserslautern und Saarbrücken.

"Wir stehen mit vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und sahen uns nach eingehender Analyse der sportlichen Entwicklung zu dieser Maßnahme gezwungen, um schnell neue Impulse zu setzen", sagte FCI-Sportdirektor Thomas Linke. "Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, aber die Situation ist äußerst kritisch."

Kurz in schwieriger Situation

"Es wird eng, wenn wir nicht punkten!", hatte Vorstandschef Peter Jackwerth schon vor dem Pauli-Spiel über Kurz gesagt.

Nach der Begegnung sagte er bei "Sky": "Wir werden das ganz normal analysieren und schauen, wie wir das versuchen zu ändern. Und dann entscheiden wir, mit wem wir durch dick und dünn gehen. Das fängt beim Trainer an und hört bei den Spielern auf. Wir haben ja auch 22 Spieler auf dem Platz..."

Schwächster Saisonstart

Kurz meinte: "Mit einer Niederlage bist du nie in einer positiven Situation. Der Mannschaft ist vom Engagement her, vom Fleiß und der Leidenschaft kein Vorwurf zu machen. Das ist eine ganz, ganz schwierige, eine beschissene Situation, aber der Kopf bleibt oben."

Für Ingolstadt ist es der schlechteste Saisonstart überhaupt, die Mannschaft kassierte am Sonntag bereits die siebte Saisonschlappe.

Pokalerfolg ohne Wirkung

Vier Tage nach dem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals (2:0 beim FSV Frankfurt) präsentierte sich Ingolstadt wieder von seiner weniger schönen Seite. Dabei hatte Kurz gehofft, dass der Pokalerfolg Auftrieb für die Meisterschaft geben würde.

Er hatte seine Mannschaft aufgefordert, "Präsenz und Energie" aus dem Pokalspiel mitzunehmen. Doch der FCI enttäuschte gegen St. Pauli über weite Strecken und wirkte total verunsichert. Vorne zu nachlässig, hinten anfällig - es war das schon gewohnte Bild. Die Fans sangen: "Wir wollen euch kämpfen sehen!"

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