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Wieder mal torlos: Wehens Ronny König (li.), hier gegen Niko Bungert © getty

Im Rhein-Derby schafft 05 ein höchstglückliches 2:0 in Wehen - und muss sich bei Keeper Wache bedanken, der auch einen Strafstoß hält.

Wiesbaden - Am Ende stand ihnen vor allem das Glück zur Seite: Eiskalt und effektiv hat der FSV Mainz 05 im Südwest-Derby den zweiten Aufstiegsplatz der Zweiten Liga erobert.

Der DFB-Pokal-Halbfinalist behauptete sich bei Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden dank der Tore von Elkin Soto (37.) und Srdjan Baljak in der Nachspielzeit mit 2:0 (1:0).

Damit verdrängten die 05er im Duell der Rhein-Anrainer mit 44 Punkten die SpVgg Greuther Fürth (42) wieder auf den Relegationsplatz.

Die Gastgeber verloren dagegen schon ihr sechstes Spiel in Serie und liegen nun fast aussichtslos sieben Punkte hinter dem Tabellen-16. FC Ingolstadt.

Andersen atmet auf

"Das war ein dreckiger Sieg", sagte Mainz' Trainer Jörn Andersen nach Abpfiff erleichtert.

"Wir können froh überhaupt froh, drei Punkte mitgenommen zu haben. Wehen Wiesbaden ist nicht einfach zu spielen. Heute waren sie klar besser."

Den Sieg machte der Norweger vor allem an der Leistung seines Keepers und Elfmeter-Killers Dimo Wache fest: "Ein Riesenkompliment an ihn: Er war der Schlüssel zum Erfolg."

"Ein bitterer Schlag"

Wehens Coach Wolfgang Frank resümierte zerknirscht und sarkastisch: "Das ist ein bitterer Schlag für uns. Wir hatten uns so viel vorgenommen. Aber wir haben einfach das Tor nicht gemacht. Und mit einem Elfmeter sollte man zwischendurch schon mal treffen."

An den Klassenerhalt glaubt Frank dennoch: "Die Sache ist noch nicht gegessen. Ich denke, dass wir die Kurve noch kriegen können."

Gegen die Gäste ließen die Wehener ihre große Siegchance dagegen ungenutzt. Ganz anders die schwachen Mainzer: Der Kolumbianer Soto nutzte die erste Möglichkeit seines Teams in der 37. Minute zu seinem ersten Saisontreffer.

Wache als Matchwinner

Zuvor hatte das Andersen-Team, das seit sieben Spielen ohne Niederlage ist, einen Sturmlauf des Tabellenschlusslichts überstanden.

Wache (21.) hielt unter anderem einen schwach geschossenen Elfmeter von Sanibal Orahovac. Der frühere Hoffenheimer Zsolt Löw hatte Dajan Simac gefoult.

Baljak machte in der zweiten Minute der Nachspielzeit dann alles klar.

Erstaunen bei 05-Anhang

11.712 Zuschauer, darunter einige Tausend Mainzer, registrierten erstaunt, dass der Tabellenletzte das Geschehen diktierte und die Gäste reagierten.

Wehen gab sich nach dem 0:1 keineswegs auf, doch der schwächste Sturm der 2. Liga scheiterte immer wieder kläglich. So kurz nach der Pause, als Wache glänzend gegen den freistehenden Stürmer Ronny König parierte.

Souverän erst am Schluss

Mainz tat nur das Nötigste und brachte sich häufig durch Abwehrfehler in Bedrängnis; erst in der Schlussphase fand der FSV zurück zu gewohnter Souveränität.

Beste Spieler des Abstiegskandidaten waren Sascha Amstätter und Torge Hollmann, bei den Gästen überzeugten Soto und Miroslav Karhan.

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