vergrößernverkleinern
In der Hinrunde konnten Emmanuel Krontiris (l.) und Koblenz einen 5:0-Kantersieg bejubeln © imago

Der 1. FC Kaiserslautern will gegen die Tus Koblenz zurück in die Erfolgsspur. Auch der 1. FC Nürnberg muss zuhause gewinnen.

Von Matthias Becker

München - Sie hatten schon wieder angefangen zu träumen in der Pfalz.

Punktgleich mit Herbstmeister FSV Mainz 05 beendete der 1. FC Kaiserslautern die Hinrunde - und das nach der katastrophalen Vorsaison mit dem Fast-Absturz in die Dritte Liga.

Die ersten Phantasien vom Aufstieg in die Bundesliga keimten rund um das Fritz-Walter-Stadion auf.

Rückkehr in die Realität

Nach drei Niederlagen in Serie, nur vier von 18 Punkten in der Rückrunde und dem Abrutschen von Aufstiegsplatz Rang zwei auf den fünften Platz ist der FCK aber wieder in der Realität angekommen.

Im Rheinland-Pfalz-Duell gegen die TuS Koblenz (ab 17.45 Uhr LIVE), die viertbeste Rückrundenmannschaft der Zweiten Liga, soll nun das Verschwinden im grauen Mittelmaß der Liga abgewendet werden.

Saisc: "Geduld mit der Mannschaft haben"

Dem neuen Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz und "Retter" Milan Sasic als Coach war das Unmögliche zugetraut worden, jetzt müssen beide die Rückkehr zur Normalität moderieren.

"Natürlich ist es mein Ziel, mit dem FCK wieder in die Bundesliga aufzusteigen, aber wir müssen Geduld mit der Mannschaft haben. Unsere Zielsetzung lautete von Anfang an, dass ein Aufstieg in dieser Saison noch zu früh käme", sagt der 50jährige Sasic.

Der Kroate hatte zu Saisonbeginn den Kader stark verändert, zahlreiche junge deutsche Perspektivspieler geholt und auch in der Winterpause mit fünf Neuzugängen noch einmal nachgebessert.

Geholfen hat das bisher nicht viel. Die Hinrunde, in der die Elf oft über ihre Verhältnisse gespielt hatte, hat ganz offensichtlich die Realität verschleiert.

Klub auf die Bundesliga angewiesen

Dabei sind die Pfälzer nach dem Bundesliga-Abstieg in der Saison 2005/2006 auf Gedeih und Verderb auf den Wiederaufstieg angewiesen. Das WM-Stadion auf dem Betzenberg mit einer Zuschauerkapazität von 48.500 Zuschauern ist für die Klubführung des vierfachen deutschen Meisters in der Zweiten Liga nicht mehr tragbar.

Kuntz, Europameister von 1996 und Galionsfigur der Lauterer Meistermannschaft von 1991, war seit seinem Amtsantritt vor allem als finanzieller Krisenmanager gefragt, um dem Verein neue Geldquellen zu erschließen.

Klatsche in der Hinrunde

Umso wichtiger wäre es für den FCK, dass die Mannschaft gegen Koblenz wieder in die Erfolgsspur zurückfindet. Dabei muss sie aber weiter ohne Leader Axel Bellinghausen auskommen.

Hinzu kommt, dass die Koblenzer nach vier Siegen in Folge mit breiter Brust und ohne personelle Probleme in die Pfalz reisen. Zudem haben sie auch noch den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite:

"Die Lauterer sind Favorit in diesem Spiel. Sie verfügen über eine stark besetzte Mannschaft, die gewinnen muss, um im Aufstiegsrennen zu bleiben", stellt Trainer Uwe Rapolder fest.

Und das Hinrundenergebnis spricht auch für die TuS: Da gewannen die Koblenzer mit 5:0.

Sport1.de hat die Infos zu den weiteren Freitagsspielen zusammengefasst:

1. FC Nürnberg - Rot Weiss Ahlen

Die Angst vor dem Mittelmaß greift auch beim 1. FC Nürnberg um sich. Nach dem unglücklichen 2:2 beim MSV Duisburg hat der ehemalige Aufstiegsfavorit auf Tabellenplatz sechs liegend schon sieben Punkte Rückstand auf Relegationsplatz zwei.

Da ist ein Heimsieg gegen Aufsteiger Rot Weiss Ahlen schon Pflicht. Die Heimserie sollte den Nürnbegrern dabei aber Hoffnung machen. Aus den letzten vier Heimspielen holten sie zehn Punkte, kassierten seit 407 Minuten vor den eigenen Fans kein Gegentor mehr.

"Nach dem ereignisreichen Spiel in Duisburg ist es vielleicht ganz gut, dass es gleich weitergeht", sagt Club-Trainer Michael Oenning, der auf den gelbgesperrten Peer Kluge und Ilkay Gündogan verzichten muss.

Bei den Ahlenern feierte Interimstrainer Bernd Heemsoth nach der Entlassung von Christian Wück mit dem 1:0-Erfolg gegen Wehen einen Einstand nach Maß. In Nürnberg will er auf die Siegermannschaft vom vergangenen Wochenende vertrauen.

"Es gibt keinen Grund, mit anderen Spielern in die Partie zu gehen", sagt Heemsoth. Nur hinter dem Einsatz von Innenverteidiger Nils Döring (Erkältung) steht noch ein kleines Fragezeichen.

1860 München - FSV Frankfurt

Der TSV 1860 München, hat zwar in den letzten neun Spielen jeweils mindestens ein Gegentor kassierte, seine beiden Spiele unter dem neuen Trainer Uwe Wolf aber gewonnen. Und das soll nach dem Willen von Wolf auch so weitergehen:

"In jeder Trainingseinheit mache ich der Mannschaft deutlich, dass wir nochmals oben angreifen können. Sie haben Blut geleckt, wollen die Beute jetzt auch reißen und fressen", erklärt er martialisch, angesichts von neun Punkten Rückstand auf Platz drei.

Personell muss Wolf nur auf Daniel Bierofka und die beiden langzeitverletzten Antonio Di Salvo und Markus Schroth verzichten. Julian Baumgartlinger war zudem zuletzt kurzfristig an einer Grippe erkrankt.

Der FSV Frankfurt wird es den "Löwen" aber nicht leicht machen. Durch acht Spiele mit nur einer Niederlage hat Frankfurt den Anschluss an das Tabellenmittelfeld geschafft.

Trainer Tomas Oral kann personell aus dem Vollen schöpfen. Torhüter Patric Klandt kehrt nach seiner Rotsperre zurück ins Team, das Oral in die Pflicht nimmt:

"Wir brauchen Punkte. Wir müssen jedes Wochenende hundert Prozent abrufen. Mit Laufbereitschaft und Glaube an unsere eigene Stärke können wir viel erreichen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel