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Hinspiel-Szene: Der Mainzer Markus Feulner (r.) gegen Benjamin Siegert © getty

Während Mainz den Abstand auf die Spitze verkürzen will, kämpft Wehen Wiesbaden im Duell der Rhein-Anrainer ums nackte Überleben.

Von Christian Stüwe

München - Nur der Rhein trennt Mainz und Wiesbaden voneinander. Die Spielstätten des SV Wehen Wiesbaden (zum Kader) und des FSV Mainz 05 (zum Kader) liegen nur wenige Kilometer auseinander.

Und dennoch trennen die beiden Klubs in der aktuellen Saison der Zweiten Liga Welten. Genauer gesagt 24 Punkte.

Eine Gemeinsamkeit gibt es aber doch. Vor dem Nachbarschaftsduell in Wiesbaden (Mo., ab 20 Uhr LIVE) geht es für beide Teams um Big Points.

Mainz ist Dritter in der Tabelle, sowohl Tabellenführer Freiburg als auch der Zweite Fürth ließen am Wochenende Federn.

Mehr Auswärtspunkte als Wehen insgesamt

Im Kampf um den direkten Aufstiegsplatz kann Mainz gegen den Nachbarn nun entscheidend verkürzen. Trainer Jörn Andersen will daran gar keine Zweifel aufkommen lassen.

"Wir haben auswärts 24 Punkte geholt, Wehen insgesamt nur 17", meint der Norweger. "Das gibt ein gutes Gefühl, auch wenn Wehen starke Mannschaften wie Kaiserslautern und Aachen zu Hause geschlagen hat."

Zumal sich auch die personelle Situation der Mainzer entspannt hat: Die zuletzt verletzten Dragan Bogavac und Felix Borja kehren zurück ins Team.

Bedrohliche Situation in Wehen

"Dragan und Felix stehen voll im Saft", so Andersen. "Ich habe im Training eine sehr hungrige, motivierte Mannschaft gesehen."

Während Mainz im Aufstiegsrennen unter Volldampf steht, ist die Situation bei den Hessen mehr als bedrohlich. Wehen Wiesbaden steht auf dem letzten Tabellenrang. Schon neun Zähler fehlen auf einen Nichtabstiegsrang, sieben sind es bis zur Relegation.

Sollte Wehen gegen Mainz nicht verkürzen, dürfte der Klassenerhalt fast schon unerreichbar sein.

"Mit brutaler Konsequenz vorbereiten"

"Sicher ist der Gegner der große Favorit, doch wir werden uns mit brutaler Konsequenz auf dieses Spiel vorbereiten", sagt Trainer Wolfgang Frank. Und weiter: "Wir haben keine Angst vor Mainz. Wenn jeder die Einstellung findet und alles versucht, dann haben wir reele Chancen zu gewinnen."

Zu drakonischen Mitteln gegriffen hatte Frank schon nach der Niederlage in Ahlen: Stürmer Bakary Diakite wurde ausgemustert. Sandro Schwarz musste die Kapitänsbinde an Alexander Walke abgeben.

Fehlen werden den Hessen Kristjan Glibo (Rot-Sperre), Benjamin Siegert (Innenband-Anriss) und Levan Tskitishvili (Muskelfaserriss).

8000 Mainzer Fans erwartet

Ein weiteres Handicap für die Wehener könnten die Gästefans werden.

Das Stadion in Wiesbaden ist restlos ausverkauft. Dennoch ist davon auszugehen, dass Massen an Mainzer Fans die Auswärtspartie der 05er in ein Heimspiel verwandeln.

FSV-Manager Christian Heidel hält 6000 bis 8000 Mainzer Anhänger für realistisch.

Was bringt die Zukunft?

So oder so: Für Brisanz ist gesorgt. Fußballerisch ist in der kommenden Saison in den durch den Rhein getrennten Städten ohnehin vieles denkbar.

Beherbegen Mainz und Wiesbaden einen Erstligisten und einen Drittligisten, zwei Zweitligisten - oder gibt es gar noch eine ganz andere Konstellation?

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