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Jörn Andersen kam von Kickers Offenbach zum FSV Mainz 05 © getty

Mainz ist auf dem Weg zurück ins Oberhaus. Trainer Andersen spricht im Interview über Ansprüche und das Erbe von Jürgen Klopp.

Von Daniel Rathjen

München - Auf eine haarige Wette haben sich Peter Neururer und Jörn Andersen eingelassen.

"Wenn wir in Duisburg gewinnen, schneide ich ihm persönlich die Haare", kündigte Andersen im DSF gut zwei Wochen vor dem Gastspiel seines in der Tabelle zweitplatzierten FSV Mainz beim MSV Duisburg am 3. April an.

"Gerne, aber dazu wird es nicht kommen. Ich habe einige Angebote von Lockenwickler-Herstellern, und werde die eher annehmen", konterte Neururer, seit dessen Amtsantritt die "Zebras" in elf Spielen ungeschlagen blieben und bis auf Tabellenplatz vier kletterten.

Solange diese Serie hält, will Neururer aus Aberglaube nicht mehr zum Friseur gehen.

Mainz weiter auf einem Aufstiegsplatz

Wann Andersen das nächste Mal zum Friseur geht, ist nicht klar. Zu lachen hat der Mainzer Trainer aber nicht nur wegen der Wette mit Neururer viel.

In seinem ersten Jahr auf der Bank des FSV stehen die Rheinhessen weiterhin auf einem Aufstiegsplatz. Und das, obwohl es in der Rückrunde bislang nicht immer rund lief.Im Sport1.de-Interview spricht Andersen über die Ansprüche, die Planungen für die kommende Saison und das Erbe von Jürgen Klopp.

Sport1.de: Herr Andersen, der Sieg gegen Wehen war nicht das schönste, aber immerhin erfolgreich, oder?

Jörn Andersen: Richtig, es war sicher nicht das beste Spiel, aber beim Fußball kann man nicht immer das ganze Jahr glänzen. Man muss auch solche Spiele gewinnen.

Sport1.de: War die Niederlage vielleicht schon der Knockout für Wehen?

Andersen: Das wird schon schwer für sie. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Wenn man wochenlang da unten steht, hat man auch nicht das nötige Glück

Sport1.de: Zurück zu Mainz: Spielerisch war das keine Offenbarung, was muss besser werden?

Andersen: Wir haben die letzten drei, vier Spiele tatsächlich nicht so gut gespielt. Wir müssen irgendwie versuchen, den Spielwitz zurückzubringen und unseren Fußball sukzessive besser zu machen. Und dann wird man sehen.

Sport1.de: Was kann denn den Aufstieg noch verhindern?

Andersen: Es wird auf jeden Fall spannend bis zum Schluss. Da kämpfen sechs Mannschaften um die ersten drei Plätze und an jedem Spieltag passiert etwas Neues. Freiburg und Fürth haben am letzten Wochenende drei Punkte verloren und alle dahinter gut gepunktet. Besonders mit den direkten Begegnungen gegeneinander wird es entscheidende Begegnungen geben in der nächsten Zeit. Wir spielen zu Hause gegen Freiburg und Duisburg. Das sind Spiele, in denen vielleicht eine Vorentscheidung fallen kann.

Sport1.de: Planen Sie schon zweigleisig oder blenden Sie die Bundesliga noch aus?

Andersen: Der Aufstieg ist immer im Kopf, aber er ist nicht das Hauptthema. Das Hauptthema ist, dass wir immer von Spiel zu Spiel denken. Momentan sind wir im Pokalhalbfinale und kämpfen um den Aufstieg, aber der Weg ist noch lang. Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen uns noch steigern, um unsere Ziele zu erreichen.

Sport1.de: Inwiefern beeinflussen Sie Gedanken an den Pokal?

Andersen: Momentan gar nicht. Wir haben ihn zwar ebenfalls im Hinterkopf, aber man muss ihn immer wieder etwas verdrängen. Nur die nächsten vier Spiele sind derzeit wichtig.

Sport1.de: Wie wohl fühlen Sie sich selbst als Erbe von Jürgen Klopp?

Andersen: Es war nicht einfach, aus dem Schatten von Jürgen zu treten. Aber er hat mir eine gute Mannschaft übergeben, und ich habe versucht, mit meinen Erfahrungen und Stärken das Team noch weiterzubringen. Das ist teilweise gut gelungen.

Sport1.de: Sie sind also vollkommen optimistisch für die Zukunft?

Andersen: Unsere Gegner werden immer versuchen, uns zu stören und defensiv zu spielen. Solche schwierige Phasen muss man aber auch überstehen. Wir stehen gut da und haben eine gute Ausgangsposition für die letzten zehn Spiele. Es liegt ganz allein an uns, ob wir diese Spiele gewinnen oder nicht.

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