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Benno Möhlmann begann seine Trainerlaufbahn 1992 beim Hamburger SV © getty

Vor dem Spiel gegen 1860 München spricht Fürths Trainer Benno Möhlmann bei Sport1.de über die Aufstiegschancen der SpVgg.

Von Matthias Becker

München - Für kurze Zeit war Benno Möhlmann nach der 1:5-Klatsche seiner SpVgg Greuther Fürth beim VfL Osnabrück (Fürth erlebt Waterloo in Osnabrück) richtig angefressen.

"Uns fehlte die hundertprozentige Einstellung. Wir hatten keine Aggressivität, keine Willensstärke. So gewinnst Du gegen keine Mannschaft der Welt", hielt er seinem Team vor.

Die Wut ist inzwischen aber verflogen. "Das Spiel ist abgehakt", sagt Möhlmann im Sport1.de-Interview und will seine Energie "lieber voll auf die nächste Aufgabe lenken".

Seit neun Heimspielen unbesiegt

Diese nächste Aufgabe heißt 1860 München (So., ab 13.45 Uhr LIVE). Für die Fürther, seit neun Heimspielen unbesiegt, ist diese Partie vor heimischem Publikum gegen den wankelmütigen bayerischen Konkurrenten die Chance, die gute eigene Position weiter zu festigen.

Die Spielvereinigung steht zehn Spieltage vor Saisonende auf Relegationsplatz drei und trifft im letzten Saisondrittel noch auf alle direkten Aufstiegskonkurrenten.

Sport1.de: Herr Möhlmann, nach einer bis dato guten Rückrunde ist Ihre Mannschaft in Osnabrück richtig baden gegangen. Haben Sie das Spiel schon verdaut?

Benno Möhlmann: Wir haben uns schon in der ganzen Saison ein bestimmtes Umgehen mit den vergangenen Spielen angewöhnt, egal ob Sieg, Unentschieden oder auch mal eine deftige Niederlage. Wir besprechen das Spiel am Montag - das haben wir auch diesmal sehr intensiv getan. Am Dienstag machen wir frei und ab Mittwoch konzentrieren wir uns auf die nächste Aufgabe. So ist das auch diesmal passiert.

Sport1.de: Die Kritik des Präsidenten und auch von Ihnen an der Einstellung der Mannschaft ist damit auch abgehandelt?

Möhlmann: Es ist schon eine Ausnahme, dass ich jetzt überhaupt noch über die Partie spreche, wir sprechen da intern auch schon gar nicht mehr drüber. Ab Mittwoch habe ich auch in Fürth schon keine Fragen mehr dazu beantwortet. Das Spiel ist abgehakt. Ich bin von Hause aus Pragmatiker und auf Dinge, die ich nicht mehr ändern kann, will ich keine Energie verschwenden. Die möchte ich lieber voll auf die nächste Aufgabe lenken. Und ich hoffe, dass das auch jeder Spieler zu hundert Prozent hinbekommt.

Sport1.de: Sie stehen in der Tabelle ja auch immer noch hervorragend da und spielen zudem noch gegen alle direkten Konkurrenten. Wie sehen Sie denn die Chance, bis zum Saisonende ganz oben dabei zu sein?

Möhlmann: Wir haben in dieser Saison nach einer gewissen Anlaufphase immer eine stetige Steigerung der Mannschaft gesehen. Letztlich haben wir als Vierter die Hinrunde beendet und uns nun in der Rückrunde in der Tabelle verbessert. Wir sind weiter oben dabei und haben im letzten Saisondrittel die Chance, noch besser zu werden und gegen die jeweiligen Konkurrenten zu gewinnen. Und diese Chance wollen wir nutzen.

Sport1.de: Zumal Fürth ja auch mal dran wäre mit dem Aufstieg.

Möhlmann: Ja, aber der Aufstieg wird ja nicht dadurch entschieden, ob man dran ist, ob man die größten Sprüche macht oder das größte Stadion oder die meisten Zuschauer hat. Man muss einfach die beste Mannschaft präsentieren. Wir müssen nun in den letzten zehn Spielen beweisen, dass wir zu den zwei stärksten Teams gehören.

Sport1.de: Wäre für den Verein und das Umfeld in Fürth denn ein weiterer verpasster Aufstieg emotional zu verkraften?

Möhlmann: Wenn die Mannschaft in den restlichen Spielen immer kämpft, arbeitet und gut spielt, dann verkraften die Fans in Fürth alles, was dabei rauskommt - selbst einen Aufstieg.

Sport1.de: In Fürth werden immer wieder gut ausgebildete Spieler hervorgebracht, die dann aber nach einer gewissen Zeit zu einem größeren Verein wechseln und ihren Weg machen. Ist das für Sie mehr ein Lob für Ihre Arbeit oder eine lästige Begleiterscheinung?

Möhlmann: Es ist letztlich bislang immer ein Fakt gewesen. Zum einen ist es ein Wesenszug des Vereins, dass man junge Spieler ausbildet, verbessert und dann auch für die Bundesliga fit macht. Das Ideale wäre, wenn wir das für uns selbst nutzen könnten. Aber bis dahin werden wir immer wieder mit der Situation leben müssen, dass die Spieler den Verein wechseln.

Sport1.de: Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Würden Sie das Projekt Fürth auch in der Zweiten Liga fortführen?

Möhlmann: Ich habe mittlerweile so eine Verbundenheit mit der Spielvereinigung entwickelt, dass wir alle ein Gespür dafür haben, ob und wie lange es sinnvoll ist, zusammen zu arbeiten. Wir werden das Richtige machen.

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