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Geschäftsführer Manfred Stoffers und der 1860-Vorstand diskutieren Arena-Alternativen © getty

Eine "Projektgruppe Stadionzukunft" soll über Alternativen diskutieren. Ein Mittelfeld-Talent muss derweil eine Zwangspause einlegen.

München - 1860 München will offenbar mit aller Macht aus dem kostspieligen Arena-Mietvertrag mit dem Stadtrivalen Bayern aussteigen.

Dafür prüfen die "Löwen" neben einer Rückkehr ins Stadion an der Grünwalder Straße sogar einen Umzug nach Unterhaching.

Mit Vertretern der Gemeinde vor den Toren Münchens haben bereits Gespräche über einen Umzug in den Sportpark stattgefunden. Dort spielt derzeit die Spielvereinigung in der Dritten Liga.

"Wir haben bereits im Dezember mit 1860 gesprochen und dabei unsere grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert", sagte Unterhachings Sportreferent Walter Rindfleisch.

Anstoß von Reuter

Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer erklärte: "Ich bin da sicher nicht dagegen. Das müssen die Vereine ausmachen."

Angestoßen worden waren die Gespräche vom ehemaligen 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter.

In den Unterredungen habe man sowohl über die Nutzung des Sportparks als auch über einen gänzlich neuen Standort gesprochen, sagte Rindfleisch.

Kapazitätsprobleme in Haching

Der Sportpark bietet derzeit rund 15.000 Fans Platz und darf wegen der Nähe zu einem Wohngebiet nicht ausgebaut werden.

Bei den Sechzigern sieht man allerdings Bedarf für rund 40.000 Zuschauer. Nach den Sondierungsgesprächen Ende 2008 sei "die ganze Sache eingeschlafen", sagte Rindfleisch.

Bei der Spielvereinigung selbst, erklärte Manager Norbert Hartmann, mache man sich über eine gemeinsame Spielstätte mit den "Löwen" derzeit keine Gedanken. Zudem reiche die Kapazität des Sportparks für die "Löwen" ohnehin nicht aus.

"Projektgruppe Stadionzukunft"

Am vergangenen Freitag hatte 1860 München die "Projektgruppe Stadionzukunft" unter Vorsitz von Aufsichtsrat Christian Waggershauser ins Leben gerufen.

Dem Gremium sollen auch Vizepräsident Franz Maget, Geschäftsführer Markus Kern und Fan-Vertreter angehören.

"Das Grünwalder Stadion gehört zu den diskutierten Alternativen. Ebenso das Olympiastadion, der Verbleib in der Allianz Arena oder ganz was Neues", sagte Maget.

Teurer Auszug

Geschäftsführer Manfred Stoffers erklärte dazu: "Das Einzige, was nicht debattiert wird, ist der Ausbau des Trainingsgeländes. Am Ende könnten wir auch zu dem Ergebnis kommen, dass die Arena das Vernünftigste ist."

Die Löwen sollen allein in diesem Jahr 5,3 Millionen Euro Arena-Miete zahlen.

Ein vorzeitiger Auszug aus der Arena käme 1860 allerdings auch teuer zu stehen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte von einer Summe im "achtstelligen Bereich" gesprochen.

Muskelbündelriss bei Bender

Mittelfeldspieler hat sich derweil bei der 0:1-Niederlage gegen Greuther Fürth am Sonntag einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel zugezogen.

Das ergab eine Kernspintomographie von Mannschaftsarzt Dr. Willi Widenmayer am Montag. Der 19-Jährige wird zwei bis drei Wochen ausfallen. Ziel ist es, dass der von mehreren Bundesligisten umworbene Bender am 12. April in Koblenz wieder auflaufen kann.

Bis dahin soll auch Zwillingsbruder Sven wieder fit sein, der mit einer Muskelquetschung im Oberschenkel und einer Kapselverletzung im Sprunggelenk bereits in Fürth gefehlt hatte.

Beide Benders mussten wegen ihrer Blessuren auch den Lehrgang der deutschen U-20-Nationalmannschaft mit anschließendem Testspiel in der Schweiz (28. März) absagen.

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