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Michael Oenning unterstützte TV-Kommentator Marcel Reif bei der WM 2002 © getty

Nürnberg trifft nur noch auf einen Aufstiegskonkurrenten. Trainer Michael Oenning sieht das bei Sport1.de nicht als Vorteil.

Von David Lemmer

München - Durch das 1:0 beim Tabellenführer SC Freiburg meldete sich der 1. FC Nürnberg am vergangenen Spieltag eindrucksvoll im Aufstiegskampf zurück (Spielbericht: Nürnberg nutzt letzte Chance) .

Vier Punkte fehlen dem Club noch auf den Relegationsplatz (Zum Tabellenrechner). Besonders bemerkenswert: Mit dem 21-jährigen Dario Vidosic schoss ein bis jetzt nahezu unbekannter Spieler den FCN zum Sieg.

Nur der Tabellenführer Freiburg hat einen jüngeren Kader. Dafür hat Nürnberg das leichtere Restprogramm (Zum Spielplan). Oder das schwerere? Nürnbergs Trainer Michael Oenning erklärt bei Sport1.de, wie er auf die nächsten Wochen blickt.ad

Sport1.de: Herr Oenning, können Sie in den letzten Wochen einen Knackpunkt ausmachen? Zum Beispiel das 2:6 bei Alemannia Aachen oder den Sieg gegen den Tabellenführer am vergangenen Spieltag?

Michael Oenning: Das hängt davon ab, wie man Knackpunkt definiert - ob positiv oder negativ. Ich glaube, dass es eine gute Entscheidung war, das Gesicht der Mannschaft zu verändern und einen Prozess zur Verjüngung unserer Mannschaft eingeleitet zu haben. Ich denke, dass dies dazu beiträgt, dass wir dadurch in der Lage sind, vermehrt Spiele zu gewinnen.

Sport1.de: Sie haben den zweitjüngsten Kader der Liga. Wie machen Sie die fehlende Erfahrung im Aufstiegskampf wett?

Oenning: Wenn es nicht mit dem Aufstieg klappt, dann kann man danach sagen, dass man zu grün war, aber es war ja so gewollt. Dann können wir uns das hinterher auch nicht zum Vorwurf machen.

Ich glaube auch, dass das eben unsere Mannschaft ausmacht. Dazu haben wir nach wie vor sehr erfahrene Spieler im Kader. Wir haben aber auch junge, hungrige Spieler, die bereits sehr gut ausgebildet sind und uns auch gut weiterhelfen. Wir werden hinterher nicht sagen, wir waren zu jung.

Sport1.de: Daher haben Sie auch das Problem, dass Spieler mit Erstliga-Erfahrung beziehungsweise -Niveau auf der Bank bleiben müssen. Wie wahren Sie dennoch die Ruhe im Team?

Oenning: Das hat damit zu tun, dass wir transparent sind. Jeder hat die Chance, zu spielen, wenn er sich leistungsmäßig voll einbringt. Es gibt natürlich auch Härtefälle im Fußball. Wenn die Innenverteidiger über mehrere Spiele gut spielen, dann haben der dritte und vierte Innenverteidiger natürlich erstmal das Nachsehen.

Die Saison hat aber gezeigt, dass alle Spielzeiten bekommen und das gehört zu einer guten Stimmung in der Mannschaft dazu, sich voll mit einzubringen. Wenn die Chance da ist, muss man sie nutzen.

Sport1.de: Auf welche Spieler oder Mannschaftsteile kommt es in den kommenden Wochen besonders an?

Oenning: Natürlich gibt es Spieler, die auf bestimmten Positionen sehr wichtig sind und auch gesetzt sind. Wir haben im Moment das Glück, dass wir jede Position auch adäquat ersetzen können. Vor allem bei Sperren oder Verletzungen ist das es dann wichtig, wenn man entsprechend reagieren kann.

Sport1.de: Sie haben das Glück eines leichten Rest-Programms. Bis auf Greuther Fürth haben Sie bereits gegen alle Aufstiegsaspiranten gespielt. Inwiefern ist das für den Club ein Vorteil?

Oenning: Das geht allen Mannschaften so, die oben stehen. Da spielt man in der Regel nur gegen Teams, die unter einem stehen. Ich glaube nicht, dass man in dieser Zweiten Liga überhaupt leichte Spiele hat. Wir haben das Problem, dass wir gegen Mannschaften spielen, die um ihre Existenz kämpfen. Das ist wesentlich schwieriger.

Sport1.de: Wen betrachten Sie als heißesten Konkurrenten im Kampf um Platz zwei oder drei?

Oenning: Das ist schwierig zu sagen. Alle, die oben stehen, haben die Chance. Die besten Chancen hat dabei der SC Freiburg, da sie die meisten Punkte haben. Alle anderen werden sich weiterhin keine Schwächephase erlauben können.

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