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Stefan Reisinger schoss in 24 Saisonspielen 11 Tore für Fürth © getty

Greuther Fürth knickt im Aufstiegskampf mal wieder ein. Lokalrivale 1. FC Nürnberg kämpft in der Euphorie gegen den Schlendrian.

Von Sebastian Hrabak

München - Es ist schon beinahe herzzerreißend, mit welcher Zuverlässigkeit ein Leistungseinbruch beim Zweitliga-Klub Greuther Fürth jedes Jahr kurz vor Saisonende eintritt.

Stürmer treffen das Tor nicht mehr und die notwendigen Punkte bleiben aus.

Nach zwei Niederlagen in Folge treibt das Gespenst der Aufstiegs-Unfähigkeit wieder sein Unwesen rund ums Playmobil-Stadion.

Und diesmal ist es ausgerechnet Lokalrivale Nürnberg, der den Erzfeind von Platz drei verdrängt hat und ihm den langersehnten Sprung in die Bundesliga verhageln könnte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit den nächsten beiden Spielen - zuerst auswärts in Wehen (So., ab 13.45 Uhr LIVE) dann zuhause gegen den FCA - haben die Fürther auch noch Aufgaben vor der Brust, bei denen man fast nur verlieren kann.

"Schicksal selbst in der Hand"

"In der Endphase ist kein Spiel einfach. Entweder eine Mannschaft kämpft um den Abstieg oder den Aufstieg", erklärt Fürths Torjäger Stefan Reisinger im Gespräch mit Sport1.de.

"Wenn wir eine solche Leistung, wie gegen Rostock in der zweiten Hälfte, abliefern, dann wird es auch in so einem Spiel sehr schwer."

Jährlich grüßt das Murmeltier: Ob die Fürther nun zum neunten Mal seit dem Aufstieg in die Zweite Liga 1997 erfolglos um die vorderen drei Plätze mitspielen, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Denn die ausstehenden Partien sind zwar auf der einen Seite sehr hart. Das positive daran ist andererseits, dass die meisten Gegner direkte Konkurrenten sind.

"Wir haben gezeigt, dass wir uns gegen Spitzenmannschaften etwas leichter tun. In diesen Duellen hat man sein Schicksal selbst in der Hand und es entscheidet sich, ob man es verdient hat, aufzusteigen", meint Reisinger.

Die Hoffnung aufgegeben?

Reisinger hat bessere Chancen als seine Teamkollegen im kommenden Jahr in der Bundesliga zu spielen: Er hat soeben bei Tabellenführer Freiburg unterschrieben (Reisinger nach Freiburg).

Die Konsequenz aus dem verlorenen Glauben an den Fürther Aufstieg? Keineswegs, so Reisinger:

"Es ist ja noch alles möglich. Wir haben noch nichts verloren und nur einen Punkt Rückstand. Die Mainzer, die nur zwei Punkte weg sind, haben auch verloren. Es ist also nicht so, dass unsere Situation aussichtslos ist."

Reisinger mahnt zur Konzentration

Und gegen den Erzfeind, der momentan vor den Fürthern rangiert, steht ja auch noch das große Derby im Ronhof am 31. Spieltag an.

"Das Derby ist noch vier Wochen weg, wir müssen uns zuerst darauf konzentrieren, alle Spiele vor dem gegen den Club positiv zu gestalten", mahnt Reisinger aber.

Er ist jedoch davon überzeugt, dass das Selbstvertrauen der Nürnberger durch die Siegesserie einen extremen Schub bekommen hat.

Verhinderte Riberys

Diese Euphorie möchte man auf Seiten der Club-Verantwortlichen etwas eindämmen.

Denn schon im letzten Spiel hielt eine gewisse Leichtfertigkeit Einzug ins Spiel des Tabellen-Dritten, als diverse Abwehrspieler in Sachen Ballverliebtheit fast an Franck Ribery erinnerten - verhinderte Riberys allerdings, was die Qualität ihrer "Kabinettstückchen" anging.

Dabei ist die direkte Bundesliga-Rückkehr trotz der Erfolgsserie keinesfalls ein Selbstläufer.

Denn auch das "Phantom" Marek Mintal, der mit sechs Toren in drei Spielen erheblichen Anteil am Aufschwung des Clubs hat, kann durchaus einmal wie aktuell Fürths Sami Allagui Ladehemmung haben.

Ansturm auf die Tickets

Die Begeisterung im Umfeld von Nürnberg kennt aber schon wieder keine Grenzen.

So meldeten die Verantwortlichen vor dem Osterwochenende einen Ansturm auf die Karten gegen den nächsten Gegner St. Pauli.

Die Fans realisieren mehr und mehr, dass Trainer Michael Oenning eine formidable Mannschaft geformt hat, die alle Anlagen hat, den Club wieder dorthin zu führen, wo er nach seinem Selbstverständnis hingehört: ins Oberhaus.

In diesem Fall dürfte zur Freude wohl noch die Häme gegenüber dem Lokalrivalen aus Fürth hinzukommen.

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