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So war's im Hinspiel: Der Mainzer Felix Borja (re.) gegen Ahlens Baldo Di Gregorio © getty

Um die Heimschwäche zu bekämpfen, bedient sich Mainz skurriler Methoden. Auch Augsburg hofft dank Luhukay auf einen Mental-Effekt.

Von Christian Paschwitz

München - Der FSV Mainz versucht es mit einem Griff in die Psycho-Trickkiste.

Gegner Rot-Weiß Ahlen will mit dem vorgezogenen Trainer-Wechsel auf Stefan Emmerling ebenfalls neue Mentalstärke entfachen. (Freitag, ab 17.45 Uhr LIVE)

Und auch der FC Augsburg plant gegen den VfL Osnabrück, mit Neu-Coach Jos Luhukay in die Erfolgsspur zurückfinden.

Für Hansa Rostock (gegen Rot-Weiss Oberhausen) geht's einmal mehr ums nackte Überleben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Ahlen (Hinrunde: 2:0)

05-Trainer fordert vor dem Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten ein Ende des Heim-Komplexes. "Für uns zählt nur ein Sieg", so der Norweger. "Deshalb haben wir schon besprochen, ob wir die Gäste-Kabine aufsuchen oder das Gäste-Hotel beziehen."

Und weiter: "Vielleicht sollten wir auch 30 Minuten auf der Autobahn hin- und herfahren, damit wir glauben, dass wir auswärts antreten."

Denn: Die Rheinhessen holten aus den letzten drei Heimspielen nur einen Zähler. Zudem blieb der FSV in seinen bislang 13 Spielen vor heimischem Publikum nur dreimal ohne Gegentor.

Heidel fasst es nicht

Das 1:2 gegen Tabellenführer SC Freiburg am Ostermontag trotz Führung liegt dem Bundesliga-Aspiranten ebenfalls noch schwer im Magen. Auch für Christian Heidel zählt gegen die Ahlener vor heimischer Kulisse nur ein Sieg.

Dass die Mainzer, die voraussichtlich wieder auf die angeschlagenen Nico Bungert und Markus Feulner zurückgreifen können, trotz nur 17 Punkten aus 13 Heimspielen im Aufstiegsrennen weiter auf dem zweiten Tabellenplatz liegen, ist für den Mainz-Manager schwer nachvollziehbar: "Mit solch einer Heimbilanz ist noch keine Mannschaft aufgestiegen."

Ahlen ist seit vier Begegnungen sieglos und dabei dreimal ohne eigenen Torerfolg. Doch mit Stefan Emmerling, der Drittliga-Klub Kickers Emden vorzeitig verlässt und mit sofortiger Wirkung das Traineramt übernimmt, wollen die Rot-Weißen zum Befreiungsschlag im Abstiegskampf ansetzen.

"Ich habe es selber in der Hand"

"Ich habe es selber in der Hand, denn nicht nur ich kämpfe um meinen Arbeitsplatz in der Zweiten Liga, sondern die Spieler auch", sagt Emmerling, dessen Vertrag bei den Ahlenern nur für die 2. Liga gilt.

Interimscoach Bernd Heemsoth rückt wieder auf den Co-Trainer-Posten, Grover Gibson vorerst ganz aufs Abstellgleis.

Der Mittelfeld-Routinier wurde für eine Woche suspendiert, nachdem er es verweigert hatte, ein Aufbauspiel bei der Reserve zu bestreiten.

FC Augsburg - VfL Osnabrück (Hinrunde: 1:1)

Nach zehn Partien (fünf Unentschieden, fünf Niederlagen) ohne Sieg zog Augsburg die Reißleine und feuerte Trainer Holger Fach. Nun soll Jos Luhukay, der das Team ursprünglich erst im Sommer übernehmen sollte, den FCA zum Klassenerhalt führen.

"Wir haben uns blenden lassen", sagt Manager Andreas Rettig im "kicker" und meint damit die Bilanz aus der Hinrunde, in der aus elf Spielen acht Siege und drei Remis heraussprangen.

Mit dem Ex-Glachbacher Luhukay will der FCA wieder die Kurve kriegen und nicht mehr unten reingeraten (nur fünf Punkte bis zur Abstiegsrelegation).

Zittern wieder bis zum Schluss?

Nervliche Anspannung herrscht auch in Osnabrück: Der seit drei Begegnungen sieglose VfL wartet in diesem Jahr noch auf seinen ersten Auswärtserfolg.

Neu ist die Situation allerdings nicht: Im Vorjahr hatten die Niedersachen den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag eingetütet.

Die Aufgabe in Augsburg ist für das Team von Coach Claus-Dieter Wollitz ("Wir können gegen jeden Gegner in dieser Liga Punkte holen") der Auftakt zu drei aufeinander folgenden Kellerduellen: Danach gilt es gegen Rostock und bei Wehen Wiesbaden.

Hansa Rostock - Rot-Weiß Oberhausen (Hinrunde: 0:1)

Die seit vier Auftritten unbesiegten Rostocker feierten zuletzt zwei Siege ohne Gegentor - und hoffen als Drittletzter wieder mehr denn je auf den Klassenerhalt.

Die erneute Ausmusterung zweier Profis trägt augenscheinlich Früchte: "Wer nicht mitzieht, hat bei mir keine Chance", sagt Coach Andreas Zachhuber, der mit Heath Pearce und Ersatzkeeper Kenneth Kronholm nun schon zehn Profis vor den Kopf stieß.

Um der auch dadurch dünnen Personalsituation entgegenzuwirken, wurden drei Regionalliga-Talente (Kerner, Lange Gusche) hochgezogen. Noch immer rot-gesperrt ist Fin Bartels.

Luginger warnt vor zuviel Entspanung

Oberhausen, das zuletzt dreimal sieglos blieb, hat nur eins seiner letzten fünf Auswärtsspiele verloren.

Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt neun Punkte, doch gerade in der entspannten Tabellensituation könnte die Gefahr liegen für das Team von Trainer Jürgen Luginger.

Für den verletzten Jonas Deumeland (Patellasehnenprobleme) springt Christoph Semmler ein, wieder fit sind Verteidiger Olivier de Cock und Markus Heppke.

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