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Begann seine Profi-Karriere 1999 bei Rot-Weiß Erfurt: Marco Engelhardt © imago

Mit dem FCK und dem Club stieg Marco Engelhardt jeweils aus der Bundesliga ab - heute kommt es zum Duell der beiden Traditionsklubs.

Von Tobias Schneider

München - Kaiserslautern gegen Nürnberg - zwei klangvolle Namen im deutschen Profi-Fußball treffen am Montagabend (ab 20 UhrLIVE) im Spitzenspiel der Zweiten Liga aufeinander.

Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison kann es für den Club nur in eine Richtung gehen: Nach oben, zurück in Deutschlands Elite-Klasse.

Mit einem Sieg bei den Pfälzern kann der Top-Favorit auf den Aufstieg seinen Platz an der Sonne festigen.

Für Marco Engelhardt ist das Spiel gegen die "Roten Teufel" eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Der 27-Jährige weiß, wie es sich anfühlt, abzusteigen. 2006 musste sich der viermalige Nationalspieler mit dem FCK aus der Bundesliga verabschieden, 2008 wiederholte sich das düstere Szenario mit Pokal-Sieger Nürnberg.

Sport1.de sprach mit Engelhardt über seine Rückkehr auf den Betzenberg, die sportlichen Herausforderungen in der Zweiten Liga und die schwere Verletzung von Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf.

Sport1: Herr Engelhardt, nach dem Abstieg des FCK sind Sie nach Franken gewechselt. Haben Sie damit gerechnet, Ihrem Ex-Klub ausgerechnet in der Zweiten Liga wieder zu begegnen?

Marco Engelhardt: Natürlich haben wir letzte Saison bis zum Schluss gehofft, die Liga zu halten. Gemessen an der Tradition beider Vereine, auch was den Betzenberg und die dortige Atmosphäre betrifft, ist es sicher ein erstligareifes Duell. Nichtsdestotrotz müssen wir uns mit Lautern in der Zweiten Liga messen.

Sport1: Aus sportlicher Sicht ist der Gang eine Klasse tiefer sicher ein Rückschritt, dennoch sind Sie dem Club treu geblieben. Geht es für Sie auch darum, die Scharte des Abstiegs wieder auszuwetzen?

Engelhardt: Mein Anspruch ist es natürlich, so hoch wie möglich zu spielen. Allerdings spielt der Wohlfühl-Faktor für mich eine entscheidende Rolle. Wenn ich mich nicht wohl fühle, kann ich auch meine Leistung nicht zu 100 Prozent abrufen. In Nürnberg fühle ich mich aber pudelwohl, bin vom Verein, der Stadt und den Fans begeistert. Von daher fiel es mir leicht, den Schritt in die Zweite Liga mitzugehen.

Sport1: Der Club, eine Herzensangelegenheit?

Engelhardt: Definitiv. Ich habe hier meinen größten sportlichen Triumph mit dem Pokal-Sieg 2007 gefeiert, gefolgt von der wohl bittersten Saison mit dem Abstieg. Mit dem Gedanken, Nürnberg zu verlassen, habe ich aber nicht gespielt.

Sport1: Auch Kaiserslautern bekleckerte sich in der abgelaufenen Saison nicht mit Ruhm, verhinderte erst in letzter Minute den Absturz in die Dritte Liga. Was erwarten Sie für eine Partie?

Engelhardt: Eine Mannschaft mit derart vielen Ab- und Neuzugängen hat sich in dieser frühen Phase der Saison sicherlich noch nicht komplett gefunden, bei uns ist die Ausgangslage nicht viel anders. Der Druck und die Erwartungshaltung in Kaiserslautern sind ziemlich hoch, gerade vor heimischem Publikum. Wir werden alles in die Waagschale werfen müssen, um Punkte mit nach Nürnberg zu nehmen.

Sport1: Der Ausfall von Andreas Wolf im ersten Saisonspiel wiegt schwer. Mit einem Kreuzbandriss fällt der Kapitän und Abwehrchef bis Februar aus. Kann die Mannschaft diesen Ausfall kompensieren oder sollte personell noch einmal nachgelegt werden?

Engelhardt: Weder als Persönlichkeit auf dem Platz noch als Spieler ist Andreas Wolf zu ersetzen ? in keinster Weise. Ob für die Defensive auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen wird, kann ich nicht sagen. Mit diesem Thema befassen sich bei uns die richtigen Leute.

Sport1: Zum Auftakt gab es einen glanzlosen 2:1-Sieg gegen Augsburg. Wo soll die Reise für den Club enden? Mit dem direkten Wiederaufstieg?

Engelhardt: Wir peilen selbstverständlich den Wiederaufstieg an. Mit der Qualität des Kaders sind wir praktisch dazu verdonnert, in die erste Liga zurückzukehren. Wir müssen die Zweite Liga aber kämpferisch annehmen und uns nicht nur auf unsere Qualität verlassen. Im ersten Spiel gegen Augsburg haben wir uns etwas schwer getan.

Sport1: Wie weit ist die Mannschaft?

Engelhardt: Es klappt bislang noch nicht alles, aber wir sind auf einem guten Weg. Alle sehen uns als Aufstiegs-Favoriten an. Jetzt liegt es an uns, dies auch zu bestätigen.

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