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Das "Phantom" Marek Mintal ist momentan der Grund für den sportlichen Erfolg des Clubs © getty

Der Aufstieg ist für den 1. FCN zum Greifen nah, doch die Souveränität im jungen Team fehlt. Der Druck wächst auf den Gejagten.

Von Jürgen Blöhs

Nürnberg - Nach dem 2:0 über den FC St. Pauli und dem 0:0-Ausrutscher von Mainz 05 vor eigenem Publikum gegen den Tabellen-14. RW Ahlen steht der 1. FC Nürnberg erstmals in dieser Saison auf einem direkten Aufstiegsplatz.

"Das ist ein schönes Gefühl", freute sich Dominic Maroh. "Wir müssen jetzt von Woche zu Woche denken. Mal sehen, was am Ende dabei rauskommt."

"Der Trainer hat großen Anteil an unserem Erfolg. Er stellt sich immer vor uns, egal ob wir gut spielen oder schlecht", lobt der 22-Jährige Michael Oenning.

Dass Mainz mit dem Remis im Freitagsspiel die Chance für den Club auf Rang zwei geöffnet hatte, schien sich auf die Spieler eher belastend auszuwirken.

"Deutliche Worte" in der Pause

"Man hat gespürt, dass wir gerade in der ersten Halbzeit sehr nervös waren. Wir müssen froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein. In der Pause gab es ein paar deutliche Worte", verriet Kapitän Raphael Schäfer Sport1.de.

"Das wird ein Lernprozess ? gerade für die jüngeren Spieler", so der Torwart. Viel Zeit zu lernen habe man allerdings nicht.

"Ein Schuss vor den Bug"

"Wir waren verkrampft", hat auch Oenning erkannt. "Die Spieler wussten, was ich wollte, waren aber nicht in der Lage, das umzusetzen. Wir sind ein ganzes Stück davon entfernt, so souverän zu spielen, wie die letzten Ergebnisse es vermuten lassen."

"Dies Spiel war trotz des Sieges ein Schuss vor den Bug. Die Halbzeitführung verstehe ich immer noch nicht. Kompliment an St. Pauli. So stark und offensiv ist hier in dieser Saison kein Team aufgetreten", freute sich der Trainer über das Glück beim fünften Sieg in Folge.

Duell mit Meyer kein Thema

Ein Blick aufs Restprogramm sowie auf einen möglichen Gegner in der Relegation verbiete sich.

"Über ein mögliches Aufeinandertreffen mit unserem alten Trainer Hans Meyer reden wir, wenn es soweit ist. Jetzt schauen wir von Spiel zu Spiel", sagte Oenning Sport1.de. "Druck hatten wir sowieso, aber jetzt haben wir etwas zu verteidigen. Das ist ein ganz neues Gefühl."

"Da wollen wir bleiben"

"Wir sind jetzt auf Platz zwei, und da wollen wir auch bleiben", betont der 42-Jährige. Für seine Mannschaft spreche, "die Spiele werden weniger, und auch die Konkurrenten werden nervös."

Für die Partie beim FSV Frankfurt am Sonntag gibt der Coach ein klares Ziel vor: "Wir fahren dahin, um zu gewinnen."

St.-Pauli-Coach outet sich als Club-Fan

Peer Kluge hat im Gegensatz zu Oenning schon über ein Relegationsspiel gegen Meyer, der ihn bei Borussia Mönchengladbach trainiert und zum Club geholt hatte, nachgedacht: "Das wäre nicht schön", sagte der 28-Jährige dem "kicker".

Aber dazu wird es nicht kommen: "Ich gehe davon aus, dass wir aufsteigen", ist Kluge optimistisch, "nächste Saison" sein 169. Bundesliga-Spiel zu bestreiten - "in Nürnberg."

Ein Gast vom Sonntag drückt den Franken die Daumen: "Ich war als in meiner Jugend ein Fan des 1. FC Nürnberg, ein Wimpel hing über meinem Bett. Ich wünsche dem Verein den Aufstieg", outete sich St. Paulis Trainer Holger Stanislawski als Club-Fan.

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