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Zwei Torschützen im Duell: Freiburgs Idrissou (o.) und St. Paulis Brunnemann © getty

Die Breisgauer drehen beim FC St. Pauli nach der Pause einen Rückstand. Freiburgs Abdessaki fällt dabei mit Rüpeleien auf.

Hamburg - Tabellenführer SC Freiburg hat einen großen Schritt in Richtung Bundesliga gemacht.

Das Team von Trainer Robin Dutt feierte trotz eines 0:1-Rückstands noch einen 2:1-Sieg beim FC St. Pauli und baute damit seinen Vorsprung auf den Relegationsplatz vorerst auf neun Punkte aus.

Der FC St. Pauli bleibt dagegen mit 39 Zählern im Mittelfeld der Tabelle.

Abwehrspieler Heiko Butscher (63.) und Mohamadou Idrissou (77.) wendeten für die Breisgauer das Blatt.

"Wir sind auf einem guten Weg, aber dieses Spiel hat gezeigt, dass wir den Champagner noch nicht kalt stellen dürfen", meinte Dutt: "Der Sieg war etwas glücklich, aber die kämpferische Leistung kann man gar nicht genug herausheben."

St. Paulis an der Achillesferse getroffen

Was den Glücks-Faktor verdeutlichte: Das Tor von Butscher war gleichzeitig die erste gute Chance der Gäste überhaupt.

Der Ex-Bochumer profitierte bei seinem Kopfballtor nach einem Freistoß von Julian Schuster von mangelnder Zuordnung in St. Paulis Abwehr einem Strauchler von St. Paulis Torwart Mathias Hain.

St. Pauli kassierte das 25. Gegentor nach einer Standardsituation, die die Achillesferse der Kiez-Kicker bleiben.

Björn Brunnemann (42.) hatte die Hamburger mit seinem zweiten Saisontor in Führung geschossen.

Drei Pauli-Tore aberkannt

Vor 23.201 Zuschauern am Millerntor hatte St. Pauli in einem hitzigen, aber nicht hochklassigen Spiel den Spitzenreiter im ersten Durchgang relativ klar im Griff.

Die Gastgeber hatten Pech, dass Schiedsrichter Christian Schößling bei gleich drei vermeintlichen Toren durch Morike Sako (3., 48.) und Marius Ebbers (50.) auf Abseits entschied - jeweils knapp, aber zurecht.

Freiburg lieferte nach zuletzt zwei Siegen in Folge in der ersten Halbzeit eine enttäuschende Vorstellung ab und kam kein einziges Mal gefährlich vor das Pauli-Tor. Nur ein Beinahe-Eigentor von Jan Philipp Kalla sorgte in der 17. Minute für Gefahr.

Abdessaki sorgt für Aufsehen

Auffällig wurde bei Freiburg vor der Pause nur Mittelfeldmann Yacine Abdessadki - und nicht im sportlichen Sinn.

Der Franzose lieferte sich in der 16. Minute eine Rangelei mit St. Paulis Jan Philipp Kalla um einen abgepfiffenen Ball und schickte ihn mit einer kleinen Ringereinlage zu Boden.

Im Anschluss gerieten noch mit St. Paulis Thomas Meggle aneinander: Die beiden gingen Stirn an Stirn wie Tiere in einem Revierkampf - wobei Meggle sogar noch in Abdessadkis Richtung biss.

Abdessadki, der letztlich verwarnt wurde, leistete sich danach noch weitere Fouls und Nickeligkeiten und war hochgradig gelb-rot-gefährdet.

Tritte und ein Schlag gegen die Bank

Als er Meggle dann auch noch bei einem Zweikampf mit einem Ellbogen erwischte - allerdings wohl versehentlich - beschwerte sich Meggle bei Freiburgs Coach Robin Dutt.

Dutt touchierte Meggle dabei mit einer Vorwärtsbewegung der Stirn leicht im Gesicht - was fast ein wenig an den berühmten Kopfstoß des ehemaligen Duisburg-Coachs Norbert Meier gegen Albert Streit erinnerte.

Dutt wechselte Abdessaki kurz darauf aus - und der entlud seinen Frust mit wütenden Tritten und einem Faustschlag gegen die Reservebank.

Kurz darauf musste dann Freiburgs Co-Trainer Damir Buric noch wegen Meckerns auf die Tribüne.

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