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Erprobt im Abstiegskampf: Horst Köppel rettete 2005 Gladbach vor der Zweiten Liga © getty

Horst Köppel soll Ingolstadt vor der Drittklassigkeit bewahren. Was die Mannschaft sich dabei noch leisten kann, weiß er genau.

Ingolstadt - Mit Ruhe und Sachlichkeit will Trainer-Dino Horst Köppel den Zweitligisten FC Ingolstadt vor dem drohenden Absturz in die Drittklassigkeit bewahren.

"Ich werde mich sicher nicht ändern und jetzt den Lautsprecher machen", sagte der 60-Jährige dem "Donaukurier" und rechnete hoch, was von ihm als Feuerwehrmann gefordert wird:

"Von den ausbleibenden fünf Spielen dürfen wir keine zwei mehr verlieren, sonst ist es wahrscheinlich zu spät."

Am Montagfrüh versammelte Köppel seine neue Mannschaft, um sich vorzustellen und sie auf das Unternehmen Klassenerhalt einzuschwören.

Anschließend leitete der fünfmalige Deutsche Meister sein erstes Training in Ingolstadt.

Bis zum Saisonende läuft sein Vertrag, der sich beim Klassenerhalt automatisch um ein Jahr verlängert.

Hintertürchen auch bei Abstieg

Sollte der angestrebte Kraftakt jedoch ohne Erfolg bleiben, wäre Köppel wohl wieder weg.

Ein Hintertürchen ließ er sich allerdings offen: "Sollte es doch soweit kommen, müsste man sehen, wie wir abgestiegen sind."

Der 3:4-Niederlage am Sonntag gegen den Aufstiegsaspiranten FSV Mainz 05 hatte Köppel als Zuschauer im Stadion bereits beigewohnt, direkt im Anschluss war er als Nachfolger des jüngst entlassenen Thorsten Fink vorgestellt worden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Er hat uns mit seiner Ruhe, seinem Selbstvertrauen und seiner Erfahrung einfach überzeugt", begründete Aufsichtsrat-Chef Peter Jackwerth die Entscheidung pro Köppel.

Interims-Trio wird assistieren

Klaus Toppmöller, Rudi Bommer und Marco Kurz waren zuletzt ebenfalls in der Verlosung.

Interimscoach Michael Wiesinger und Heiko Vogel sollen samt Torwarttrainer Brano Arsenovic künftig assistieren.

Köppel, der zuletzt bei Al Wahda in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig war, dort jedoch am 11. Oktober 2006 bereits nach vier Pflichtspielen wieder entlassen wurde, setzt im Abstiegskampf auch auf seine ganz persönlichen Erfolgsserien.

"In Gladbach hatte ich beim ersten Mal auch fünf Spiele, und da haben wir es noch geschafft. Übrigens im ersten Spiel auch gegen Nürnberg", sagte Köppel und bekannte sich offen zu ein wenig Aberglauben.

Nürnberg ist Köppels Lieblingsgegner

Am kommenden Sonntag reist der FCI zum bayerischen Derby zum Club. (So., ab 14 Uhr LIVE)

Für Köppel fast so etwas wie ein Lieblingsgegner. "Gegen Nürnberg habe ich mit dem VfB Stuttgart mein erstes Bundesligaspiel gemacht, mein erstes mit Gladbach, mein letztes mit Gladbach, mein erstes Trainerspiel mit Gladbach - und bis auf ein 0:0 alle gewonnen", berichtete der ehemalige Nationalspieler.

Neue Ära in Ingolstadt?

Apropos Gladbach: Den Verein seiner Wahlheimat hatte er in knapp einem Jahr in der Bundesliga-Saison 2005/06 bis auf Platz zehn geführt.

Trotz des besten Ergebnisses der Borussia seit 1996 (Platz vier) wurde sein Zweijahresvertrag zum Saisonende vorzeitig aufgelöst.

Im Erfolgsfall soll ihm so etwas in Ingolstadt erspart bleiben.

Jackwerth sprach bei der Vorstellung des neuen Trainers bereits vom Beginn der "neuen Ära Horst Köppel in Ingolstadt".

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