Der Präsident des Zweitligisten FC St. Pauli, Corny Littmann, hat in der Debatte um die steigende Gewalt in deutschen Stadien eine Änderung der Verantwortlichkeiten gefordert und die DFL kritisiert.

Bei einem Fehlverhalten von Gästefans im Stadion solle zukünftig ausschließlich der Gastverein haftbar gemacht werden, sagte

Littmann im Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

"Wir sind dazu verpflichtet, dem Gastverein zehn Prozent der Karten zu geben. Aber wie die genaue Erwartung an den Verein, der das Hausrecht hat, ist und in welchem Umfang und mit welcher Qualität die Kontrollen vor dem Stadion durchgeführt werden sollen, wird uns von Verbandsseite nicht mitgeteilt. Trotzdem werden wir bei Verstößen bestraft", meinte Littmann, der mit seinem Anliegen bei der DFL bereits vorstellig geworden war, nach eigener Aussage aber nur unzureichende Antworten erhielt.

"Die DFL muss sich fragen, wofür sie eigentlich Verantwortung trägt. Das ist bislang völlig unklar. In den meisten Sicherheitsfragen nimmt sie maximal eine Mittlerrolle ein", so Littmann, der für die Fans der Hamburger gerne die Verantwortung übernehmen würde:

"Jederzeit und überall, auch außerhalb der 90 Minuten und außerhalb des Stadions. Vorausgesetzt, der andere Verein täte dies auch für seine Anhänger."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel