Ein Millionenkredit des Senats für Hertha BSC Berlin sorgt für Zoff. Stadtrivale 1. FC Union reagierte empört auf die Finanzspritze für den Konkurrenten und sprach vier Tage vor dem Derby offen von Wettbewerbsverzerrung.

"Wenn der Senat dem Verein mit dem höchsten Etat der Liga, der einen Sportetat von 17 Millionen Euro hat und damit sechs Millionen über dem Ligaschnitt liegt, noch mal entgegenkommt, ist das nicht verständlich", sagte Unions Präsident Dirk Zingler der "Berliner Morgenpost".

Stein des Anstoßes ist der Beschluss des Senats, Hertha die Stadionmiete zu stunden. Für die laufende Saison handelt es sich um 2,55 Millionen Euro.

Derzeit stottert Hertha die gestundete Summe aus dem Vorjahr ab und muss noch rund eine Millionen Euro zahlen. Nur durch den Kredit soll der mit rund 35 Millionen Euro verschuldete Ex-Bundesligist die Lizenz für die laufende Saison erhalten haben.

Zingler sieht darin einen Affront. Der Stadt-Rivale hätte seine Finanzen aus eigener Kraft aufbessern müssen. So habe es für Angreifer Adrian Ramos ein Angebot über drei Millionen Euro von 1899 Hoffenheim gegeben, das Hertha ausschlug.

Mit Blick auf das Derby sagt Zingler: "Wenn Ramos bei uns Tore macht, weil Hertha ihn nicht verkaufen musste, ist das ein direkter Eingriff in die sportliche Rivalität in Berlin."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel