DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel hat die lange Nachspielzeit beim Zweitliga-Spiel zwischen Energie Cottbus und dem VfL Osnabrück (2:0) nach dem Unfall von Osnabrücks Angreifer Flamur Kastrati bedauert.

"Es gibt Dinge, die über den Paragrafen stehen. Man sollte von Fall zu Fall entscheiden", sagte Fandel.

Fandel will seine Aussage nicht als Kritik am Unparteiischen Marc Seemann verstanden wissen. "Es wäre mit Sicherheit besser gewesen, wenn Trainer, Spielführer und Schiedsrichter in einer ruhigen Minute nach dem Vorfall aufeinander zugegangen wären und nach einer Lösung gesucht hätten. Aber man darf nicht vergessen, dass alle Beteiligten unter dem Eindruck dieses Unfalls standen", sagte Fandel.

Seemann hatte nach der Unterbrechung - der Unfall ereignete sich in der 80. Minute, erst nach Ablauf der regulären Spielzeit pfiff er wieder an - zwölf Minuten nachspielen lassen.

Der Referee handelte zwar regelkonform, hätte die Nachspielzeit nach den Statuten des Weltverbandes FIFA aber nicht auszuschöpfen brauchen. Die Spieler hatten sich nach Wiederanpfiff geweigert, das Spiel ernsthaft weiterzuführen.

Kastrati war nach einem Zweikampf mit Cottbus-Verteidiger Markus Brzenska regungslos zu Boden gesackt. Der Norweger war vorübergehend bewusstlos und wurde nach längerer Behandlungszeit mit dem Krankenwagen vom Platz ins Klinikum Cottbus gefahren.

Dort gaben dann die Ärzte im Laufe des Sonntags Entwarnung. Kastrati befindet sich außer Lebensgefahr. Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass alle lebenswichtigen Organe voll funktionsfähig sind.

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