Hertha BSC Berlin hat einen Beschwerdebrief an den Bundesligisten 1899 Hoffenheim gerichtet und auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) informiert.

Der Zweitliga-Spitzenreiter beklagt sich in dem Schreiben über das aggressive Abwerben der Kraichgauer von Jugendfußballern und auch über das Gebaren eines Hoffenheimer Scouts.

Einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost" bestätigte Peter Bohmbach, Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei Hertha BSC, dem "Sport-Informations-Dienst" (SID).

In der Kritik steht der Hoffenheimer Chefscout Wolfgang Geiger. Ihm und den Mitarbeitern seiner Abteilung wurde von den Berlinern Hausverbot für den gesamten Berliner Olympiapark und die Geschäftsstelle von Hertha BSC bei Spielen sowie bei Trainingseinheiten erteilt.

Geiger habe bei einer Unterhaltung am 16. März im Berliner Poststadion mit einem Spielerberater und dem Berliner Nachwuchsscout Wolfgang Damm, die sich über den Abgang eines 14- und 15-Jährigen nach Hoffenheim unterhielten, Bemerkungen wie "Die große Hertha macht sowieso nur Scheiße" oder "Die Spieler haben alles richtig gemacht. Was bildet sich Hertha BSC ein, dieser Stasi-Verein?" fallen lassen.

Hoffenheims Manager Ernst Tanner habe sich dem Bericht zufolge für den Vorfall entschuldigt. "Das war in einem Streitgespräch. Aber das ist ein verbaler Ausrutscher. Das können wir nicht gutheißen", wurde Tanner zitiert.

Die deutschen Profiklubs haben sich grundsätzlich darauf verständigt, nicht gegenseitig Talente aus den klubeigenen Akademien abzuwerben. "Ganz klar stellen wir uns dem Wettbewerb", sagt Hertha-Manager Michael Preetz. "Was wir aber nicht hinnehmen werden, sind die Auswüchse einer immer rüder werdenden Abwerbe-Praxis mancher Vereine."

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