Andreas Rettig hat die Methoden der Berater im Umgang mit Talenten pauschal gegeißelt und klare Regeln eingefordert.

Der Manager des Bundesliga-Aufsteigers FC Augsburg sagte im "kicker", die deutschen Profiklubs wollten einführen, dass Berater mit Spielern unter 16 Jahre keine Verträge abschließen dürfen.

"Die Jagd nach Talenten setzt viel zu früh an. Wozu braucht ein 14-Jähriger einen Berater?", sagte der 48-Jährige: "Den jungen Spielern und Eltern wird so eine Pseudo-Wichtigkeit vorgespielt."

Rettig, der im Jahr 2000 einer der Initiatoren der Offensive zur Nachwuchsförderung war, fügte an, die Vereine müssten sich einig sein, künftig Beratung nicht mehr zu vergüten.

"Zudem müssen alle Spieler informiert werden, dass jeder Beraterkontakt zu meiden ist", sagte Rettig.

Ein Verstoß sollte laut Rettig mit einer Nominierungssperre für Junioren-Nationalmannschaften bestraft werden. "Sonst bleibt es ein Papiertiger. Alle müssen wissen: Jetzt wird es ernst. Ich setze meine Karriere in der Nationalelf aufs Spiel", sagte Rettig.

Es sei eine internationale Regelung anzustreben, die die Vereine vor der Abwerbung ihrer besten Talente schütze.

"Es gibt belegte Fälle, in denen Berater Jugendlichen 200 Euro im Monat zahlen, damit sie ja keinen Fördervertrag bei einem Klub unterschreiben und somit jederzeit transferiert werden können. Das ist doch irre, was da passiert", sagte Rettig.

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