DFB-Sicherheitschef Helmuth Spahn hat die zu lasche Vorgehensweise von Eintracht Frankfurt gegen die gewaltbereiten Ultras kritisiert.

"Wenn diese Krawallmacher nicht bestraft und ausgegrenzt werden, ermuntert man sie dazu, weiterzumachen. Eine klare Positionierung des Vereins wäre hilfreich", sagte Spahn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Bei Spielen der Eintracht war es zum Ende der vergangenen Saison zu massiven Ausschreitungen gekommen. Nach dem vorletzten Auswärtsspiel in Mainz randalierten die Hooligans vor dem Frankfurter WM-Stadion.

Ein Polizist wusste sich nur noch mit einem Warnschuss zu helfen. Eine Woche später nach dem Heimspiel gegen Köln stürmte der Mob das Spielfeld, die Eintracht-Profis mussten in den Katakomben in Sicherheit gebracht werden.

Zum Saisonabschluss in Dortmund feierten sich die Ultras als "Deutscher Randalemeister 2011". Das erste Heimspiel gegen Mitabsteiger FC St. Pauli muss die Eintracht deshalb vor halbleeren Rängen austragen.

Die Eintracht selbst will aber nur das Gespräch mit den gewaltbereiten Fans suchen und keine Strafen aussprechen.

"Würden wir draufhauen und radikal ausgrenzen, hätten wir nicht wie derzeit etwa 100, sondern dann vielleicht 300 gewaltbereite Personen. Es gibt keinen anderen Weg, als vernünftige Fans in Gesprächen auf unsere Seite zu ziehen", sagte Klaus Lötzbeier, bei der Eintracht für Fan-Anliegen zuständig.

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