Präsident Dirk Zingler vom Zweitligisten Union Berlin soll in der DDR Angehöriger des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen sein.

Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, war Zingler Mitglied im Stasi-Wachregiment Feliks Dzierzynski. Ab April 1983 hat der damals 18-Jährige für drei Jahre in dem Regiment gedient, das nur "linientreue" Soldaten aufnahm. Zingler bestätigte die Recherchen, stritt aber eine nähere Verbindung mit der Stasi ab.

"Für mich war das mein Wehrdienst, also Armee - ganz klar. Ich wusste auch vorher nicht, dass das Wachregiment dem MfS untersteht - das habe ich erst gemerkt, als ich dort meinen Dienst antrat", sagte Zingler und ergänzte: "Ich habe dann Wache vor einem Krankenhaus gestanden. Mit der Stasi an sich hatte ich nichts zu tun."

Im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedern des Regiments wurde Zingler nach seiner Dienstzeit kein inoffizieller Mitarbeiter (IM). "Junge Wehrdienstleistende und hauptamtliche oder auch inoffizielle Mitarbeiter der Stasi in einen Topf zu werfen, ist falsch", sagte der 46-Jährige.

Auch seine Abteilung an sich war nicht zum Bespitzeln, sondern zur Absicherung von Stasi-Einrichtungen vorgesehen. "Weder bin ich verfolgt worden, noch habe ich andere verfolgt. Es war meine Armeezeit", sagte Zingler.

Trotzdem wirft die frühere Tätigkeit des Klub-Bosses ein schlechtes Licht auf seinen heutigen Verein. Union Berlin legte zu DDR-Zeiten größten Wert auf die strikte Abgrenzung zum verhassten Berliner FC Dynamo, der damals als "Stasi-Klub" galt und die Nähe zum Ministerium für Staatssicherheit pflegte.

"Lieber ein Verlierer sein, als ein dummes Stasi-Schwein", sangen die Union-Fans einst.

Wahrscheinlich auch deswegen verschwieg Zingler bislang seine brisante Vergangenheit. Zwar betonte der Präsident, nie ein Geheimnis daraus gemacht zu haben, trotzdem dürfte es gerade bei älteren Fans sauer aufstoßen.

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