Der seit Monaten von massiver Fangewalt belastete Zweitligist Eintracht Frankfurt geht auf Konfrontationskurs zum DFB.

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen kritisierte insbesondere die Rolle des DFB-Sicherheitschefs Helmut Spahn, der die Vorkehrungen der Hessen gegen die gewaltbereiten Fans als nicht ausreichend bezeichnet hatte.

"Wir lassen uns von Herrn Spahn nicht vorwerfen, dass wir im Dialog mit unseren Problemfans einen zu laschen Ton anschlagen. Über seine Aussagen bin ich nicht amüsiert, das habe ich ihm auch genau so gesagt. Er hat einfach nicht genügend Kenntnisse, um beurteilen zu können, in welcher Art und Weise wir gegen diese Fans vorgehen", sagte Bruchhagen.

Spahn hatte nach den Vorfällen bei den Spielen der Frankfurter zum Ende der vergangenen Saison, die darin gipfelten, dass sich die Eintracht-Ultras am letzten Spieltag bei Meister Borussia Dortmund auf einem Plakat als "Deutscher Randalemeister 2011" feierten, kein Verständnis für die Fanarbeit der Hessen gezeigt.

"Wenn sie wieder und wieder und wieder mit Problemfans reden und sie ermahnen, aber es gibt immer wieder Ärger, dann müssen sie irgendwann auch mal handeln. Das vermisse ich in letzter Konsequenz", sagte Spahn der "Frankfurter Rundschau" und ergänzte:

"Seit Jahren redet man mit seinen Problemfans. Aber obwohl es immer wieder Ärger gibt, behalten die ihre Vergünstigungen. Die kommen bevorzugt an Tickets, haben im Stadion eigene Räume, in denen sie ihre Banner aufbewahren können."

Bruchhagen wehrt sicht: "Wir haben den Fanklubs eine Liste der Selbstverständlichkeiten zukommen lassen. Darin ist deutlich aufgeführt, was wir nicht mehr akzeptieren werden. Dazu gehört auch, dass die Leute haftbar gemacht werden, wenn sie Pyrotechnik im Stadion abbrennen", sagte der Eintracht-Boss, der den Kreis der gewaltbereiten Frankfurter Anhänger auf "100 bis 150" Personen eingrenzte.

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