In der sportlichen Führung von Dynamo Dresden ist der überraschende Sieg im Berufungsverfahren gegen den Pokal-Ausschluss mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden.

"Wir sind natürlich froh, dass wir auch nächstes Jahr im Pokal spielen dürfen. Aber als ein Verantwortlicher der Mannschaft muss ich kurzfristig denken, und da ist ein Heimspiel ohne Fans ein harter Schlag im Kampf um den Klassenerhalt", sagte Dynamos Sportlicher Leister Steffen Menze.

Das DFB-Bundesgericht hatte am Donnerstag nach einer mehr als siebenstündigen Sitzung in zweiter Instanz das Urteil des Sportgerichts für nichtig erklärt und die Sachsen zu einem "Geisterspiel" am 11. März gegen den FC Ingolstadt verurteilt.

"Die Fans werden uns fehlen, zumal es ausgerechnet gegen einen Mitabstiegskonkurrenten geht", sagte Menze, der zudem den Zeitpunkt des Urteils kritisierte:

"Es ist unglücklich, wenn am Abend vor einem wichtigen Spiel so etwas entschieden wird. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft davon nicht ablenken lässt." Der achtmalige DDR-Meister empfing am Freitagabend den MSV Duisburg.

Dynamo-Präsident Andreas Ritter zeigte Verständnis für die Sorgen der sportlichen Leitung. "Ich kann das nachvollziehen. Aber wir müssen in dieser Sache weiterdenken. Ein Heimspiel ohne Fans tut weh, aber ein Pokalausschluss hätte dramatischere Folgen gehabt", sagte Ritter

Neben dem "Geisterspiel" dürfen die Dresden-Fans auch in der Auswärtspartie am 16. März bei Eintracht Frankfurt das Stadion nicht betreten.

Durch die Ausgleichszahlung an Frankfurt, die fehlenden Einnahmen aus dem "Geisterspiel" und die zusätzlich aufgebrummte Geldstrafe (100.000 Euro) dürfte Dynamo ein Schaden in Höhe von rund 450.000 Euro entstehen.

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