Zweitligist FC St. Pauli muss wegen des Kassenrollen-Wurfes vom vergangenen Dezember im kommenden Heimspiel gegen den Karlsruher SC einen Teil seiner Fans aussperren. Dieses Urteil fällte das Sportgericht des DFB am Montag.

5800 Stehplätze müssen am Millerntor (Stadionkapazität knapp 25..000) gegen den KSC am 12. März frei bleiben.

DFB-Chefankläger Anton Nachreiner hatte die Aussperrung von 13.000 Zuschauern und damit die Schließung aller Stehplatzbereiche beantragt. Diesem Strafmaßantrag hatte der Klub nicht zugestimmt.

Am 19. Dezember 2011 hatte ein Zuschauer den Frankfurter Pirmin Schwegler während der Zweitliga-Partie der Hamburger gegen Eintracht Frankfurt mit einer Kassenrolle am Kopf getroffen. Der Täter, ein 20 Jahre alter Abiturient, stellte sich wenige Tage später. Er erklärte, dass der Treffer ein Versehen gewesen sei.

Eigentlich hätte sich das Papier zu einer "Luftschlange" abrollen sollen. Der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz betonte, dass "es außergewöhnlich ist, dass sich der Werfer aus freien Stücken beim Verein gestellt hat und in der Verhandlung als Zeuge zur Verfügung stand".

Die Hamburger hatten bereits ihren Saisonauftakt in Lübeck bestreiten müssen, nachdem die Bundesliga-Partie gegen Schalke 04 im vergangenen April nach einem Bierbecher-Wurf gegen den Schiedsrichter-Assistenten abgebrochen worden war.

Insgesamt wurden im Millerntorstadion innerhalb der vergangenen 13 Monaten bereits vier Mal gegnerische Spieler oder Schiedsrichter von St.-Pauli-Fans mit Gegenständen beworfen.

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