Der in Finanznot geratene Absteiger 1. FC Köln plant eine Millionen-Anleihe zwischen fünf und 12,5 Millionen Euro, die zu sechs Prozent verzinst werden soll. Damit würde der FC mit insgesamt 31 Millionen Euro Schulden in die neue Zweitliga-Spielzeit gehen.

Grund ist der drohende der wirtschaftliche Kollaps. Die am Freitag veröffentlichte Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/11 weist laut der Tageszeitung "Express" ein alarmierendes Minus von 8,9 Millionen Euro aus.

"Die Lage ist angespannt und nicht schön, aber man braucht sie auch nicht zu dramatisieren", sagte Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung, dem Kölner "Sonntags-Express".

"Im letzten Jahr - das wird der nächste Abschluss zeigen - konnten die Verbindlichkeiten spürbar gesenkt werden" erklärte er: "Unser Problem ist der Abstieg und die damit verbundenen Einnahmeausfälle von 20 Millionen Euro. Sonst wären wir auf einem guten Weg. Jetzt müssen wir die Situation annehmen wie sie ist."

Die risikoreiche Personalpolitik der Vergangenheit könnte sich sich für den Traditionsklub nach dem Absturz in die Zweitklassigkeit als Bumerang erweisen.

Allein die Kosten für die aussortierten Profis wie Geromel, Milivoje Novakovic und Michael Rensing sollen sich in der kommenden Saison auf zehn Millionen Euro belaufen.

Das Präsidium steht vor der schweren Aufgabe, den Spagat zwischen sportlichen Zielen, sprich Wiederaufstieg, und den Abbau der Verbindlichkeiten zu schaffen.

"Jeder weiß, dass wir ein schweres Jahr vor uns haben, gerade wegen der Kostensituation bei den abzugebenden Spielern. Aber Insolvenz? Das ist Quatsch. Wir sind zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben ordnungsgemäß lösen zu können", wurde der neue FC-Präsident Werner Spinner kürzlich zitiert, nachdem im Internet Gerüchte über die mögliche Zahlungsunfähigkeit des FC verbreitet worden waren.

Um die Kosten zu senken, will sich der Traditionsklub von vielen Stammspielern wie Kapitän Geromel, Novakovic und Torwart Rensing trennen.

Andere wie Sascha Riether (FC Fulham) und Martin Lanig (Eintracht Frankfurt) haben den Klub bereits verlassen.

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