Präsident Werner Spinner vom Zweitligisten 1. FC Köln sieht nach dem Fall Kevin Pezzoni ein allgemeines Problem und prangert den hohen Druck auf die Profis an.

"Wer nun schnell mit dem Finger auf Köln zeigt, wird der Sache nicht gerecht. Der Druck im Profifußball ist sehr groß. Das ist kein Kölner Thema, sondern Ausdruck einer Tendenz im Profifußball insgesamt", sagte Spinner und forderte, mit den Konsequenzen müssten sich "alle Verantwortlichen im Fußball" beschäftigen.

Der FC positioniere sich eindeutig gegen Gewalt. "Als bei Facebook der Aufruf zum 'Aufmischen' gegen 'Pezzoni und Co' erschien, hat der FC zum Schutz seines Spielers sofort Strafanzeige gestellt und dafür gesorgt, dass der Aufruf aus dem Netz gelöscht wurde", berichtete Spinner.

Aufgrund einer Anzeige des Vereins habe die Polizei angekündigt, "bei ihren Streifenfahrten verstärkt den Wohnsitz von Kevin Pezzoni im Auge zu behalten".

Der Abwehrspieler Pezzoni hatte den Verein um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er vor seiner Haustür und auch im Internet von FC-Hooligans bedroht worden war. Während der Karnevalstage hatte ihm ein Angreifer bereits das Nasenbein gebrochen.

Frank Schaefer, Leiter Sport beim 1. FC Köln, erklärte, der zeitliche Druck durch das nahende Ende der Transferperiode habe zur schnellen Vertragsauflösung geführt.

"Nur durch eine zeitnahe Vertragsauflösung konnten wir gemeinsam und in seinem Sinne sicherstellen, dass er seine fußballerische Zukunft nun frei gestalten kann. Er hatte bereits zuvor verschiedene Angebote anderer Klubs erhalten", sagte der frühere FC-Trainer.

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