Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit hat einige Fangruppen des Zweitligisten Dynamo Dresden vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes schwer belastet.

In Frankfurt am Main wurden am Montag bei einer mündlichen Anhörung die Ausschreitungen der Dynamo-Anhänger vor dem Spiel der zweiten Pokalrunde bei Hannover 96 (3:4 i.E.) am 31. Oktober verhandelt.

"Die Dresdner Fans machten einen äußerst aggressiven Eindruck. Und das steigerte sich noch, als die Tore zum Stadion nicht pünktlich geöffnet wurden. Man hat hasserfüllte Gesichter gesehen", sagte Dunkel als erster Zeuge vor dem Sportgericht.

Der 71-Jährige war bei der Pokalbegegnung als Sicherheitsbeauftragter des DFB im Einsatz. Dunkel legte dem unter dem Vorsitz von Hans E. Lorenz stehenden Sportgericht als Beweis einige Fotos vor, auf denen Transparente ("Fick Dich, DFB") aus der Dynamo-Kurve zu sehen waren.

Außerdem berichtete er vom Abbrennen von Bengalos und Becherwürfen in diesem Bereich. Auch der Gesamteinsatzleiter Bernd Kirschning von der Landespolizei Hannover erzählte als zweiter Zeuge von "aggressivem Verhalten" der Gäste-Anhänger.

Bei den Krawallen in Hannover hatten gewaltbereite Dresdner Fans vor dem Spiel die Stadioneingänge der Arena gestürmt. Laut Angaben der Polizei wurden drei Anhänger festgenommen.

Außerdem kamen 18 Personen vorübergehend in polizeilichen Gewahrsam. Insgesamt gab es neun Verletzte. Nach der Begegnung verschafften sich rund 200 Dresdner Anhänger Zugang zum Spielfeld, sie wurden von der Polizei wieder zurückgedrängt.

Dem sächsischen Traditionsverein droht als "Wiederholungstäter" eine harte Sanktion, womöglich bis hin zu einem Pokal-Ausschluss. Diese Strafe hatte Dynamo vor einem Jahr erst in einer Berufungsverhandlung verhindern können.

Damals hatte der DFB das abgemilderte Urteil nach Ausschreitungen im Pokalspiel bei Borussia Dortmund (0:2) "als letzte Warnung an den Verein" bezeichnet.

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